Theologische Läuterung des Glaubens


 

Die katholische Bildungsministerin Annette Schavan.

 

Bundesbildungsministerin Annette Schavan über die deutsche Tradition des Religionsunterrichts

Was hat Religionsunterricht an staatlichen Schulen zu suchen? Und nun gar islamischer? Über solche und verwandte Fragen sprach Joachim Güntner mit Annette Schavan an einem Treffen in Berlin.

NZZ Online

Frau Schavan, Sie haben Erziehungswissenschaften, Philosophie und katholische Theologe studiert. Mit welchem Berufsziel?
Anfangs mit dem Wunsch, Lehrerin zu werden. Während der Promotion habe ich auch an meinem alten Gymnasium aushilfsweise in der Oberstufe Religionsunterricht gegeben. Das Berufsziel hat sich verändert, weil ich unmittelbar nach Ende des Studiums die Chance bekam, ins Cusanuswerk zu gehen, das Begabtenförderungswerk der katholischen Kirche.

Sie sind religiös. Bedeutet das etwas für Ihre Auseinandersetzung mit dem Islam?

Weil ich selbst ein glaubender Mensch bin und um die Irrungen und Wirrungen des Christentums und auch der katholischen Kirche bis hin zum Zweiten Vatikanischen Konzil weiss, schätze ich manches anders ein, auch bei einer Religion, von der landläufig gesagt wird: «Na, die haben die Aufklärung halt noch nicht hinter sich.» Die damalige Situation der Aufklärer war aber eine andere. Der Islam jetzt macht seine Erfahrungen mit einer modernen Welt, die viele gläubige Muslime als schlicht dekadent empfinden. Dann sage ich: Es soll auch fromme Christen geben, die manches in der westlichen Welt dekadent finden. Der grosse Unterschied liegt in der Entwicklung, die das Christentum in Auseinandersetzung mit Philosophie und Kulturwissenschaften genommen hat, auch im Dialog von Theologie und Naturwissenschaften.

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2 Comments

  1. Ich bin Christ und finde der Religionsunterricht gehört nicht in die Schule — egal welches Ergebnis dies zeitigt. Jeder soll sich selbst informieren und seine Schlüsse ziehen. Im Falle Minderjähriger sollen/müssen dies die Eltern übernehmen und frei entscheiden können. Es ist eine Schande, dass dieser Unterricht einen Zwang ausübt. Ein solcher Zwang ist übrigens auch etwas was theologisch schon vor Jahrhunderten verworfen wurde.

    P.S.: Gut gemeinte Politik ist also manchmal rückschrittlicher als Relgion…

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  2. Religionsunterricht ist Volksverdummung unter staatlicher Führung und Aufsicht. Sollen sich die Religioten doch selbst unterrichten !

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