Gott und Genetik


 

Kopf hoch. Die Berufung des christlichen Genetikers Francis Collins, 60, zum Chef der Nationalen Gesundheitsinstitute hat US-Präsident Barack Obama auch Kritik eingetragen. - Foto: AFP

 

Eine seine Aufgaben sieht er darin, Religion und Wissenschaft zu versöhnen: Ein Gespräch mit dem Erbgut-Entzifferer, Wissenschaftsmanager und überzeugten Christen Francis Collins.

Von Kai Kupferschmidt, Kai WewetzerDer Tagesspiegel

Am 26. Juni 2000 feierte Francis Collins zusammen mit Craig Venter bei US-Präsident Bill Clinton. Nach einem monatelangen Wettrennen um die Entzifferung des menschlichen Erbguts hatten die beiden wissenschaftlichen Kontrahenten Frieden geschlossen, zumindest kurzzeitig. Im Weißen Haus präsentierten Collins und Venter feierlich eine erste umfassende Version des menschlichen Erbguts. „Heute lernen wir die Sprache, in der Gott das Leben schuf“, sagte Clinton. „Wir haben einen ersten Blick auf unsere Bauanleitung geworfen, von der vorher nur Gott wusste“, sekundierte Collins.

Gott und Genetik? Collins Kommentar konnte man als metaphorisch verstehen, für „Gott“ zum Beispiel „Natur“ einsetzen. Aber Collins meinte es so, wie er es sagte. Er, der Chemiker, Genetiker und Arzt, bekannte sich öffentlich zu seinem Glauben als evangelikaler Christ. Auch darin Widersacher von Craig Venter, dem Atheisten. Und während Venter heute dabei ist, das Genom-Projekt kleinzureden und seinen medizinischen Nutzen „nahe bei Null“ ansetzt, verteidigt Collins das Vorhaben vehement und sieht bereits bemerkenswerte Fortschritte.

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4 Comments

  1. Auch nix Neues. Im alter werden sie ängstlich…
    und sichern sich vorsichtshalber ab.

    Puh, wie durchschaubar…
    Ob Gott, falls es ihn gibt, nicht einen ehrlichen zweifler lieber mag – als einen vorsichtigen Taktierer mit Versicherungsvertretermentalität?
    Spräche jedenfalls für IHN….

    kicher….

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  2. Zwischen Feuer und Wasser läßt’s sich schlecht vermitteln. Auch zwischen Naturwissenschaften und religiöser Volksverdummung gibt es keine Berührungspunkte ! Ein solcher Vermittlungsversuch ist zwar nicht strafbar, muss aber zwangsläufig ziemlich bekloppt ausfallen !

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  3. Pingback: Gott und Genetik
  4. Bekehrt wurde der „abscheuliche Atheist“ (Collins über Collins) beim Wandern in den Bergen. Als er um eine Felskante bog, erblickte er plötzlich einen gefrorenen Wasserfall, perfekt in drei Teile gespalten. Für Collins war das die Offenbarung der Heiligen Dreifaltigkeit.

    Hm, ich komme vom anderen Ende her, also vom Glauben zum Atheismus. Mit einem Bekehrungserlebnis kann ich nicht aufwarten, es war eher ein langsamer Prozess, beginnend mit ersten Zweifeln an der Kirche (die katholische, um genau zu sein), dann über prinzipielle Kritik am Christentum (ausgehend von Bibelkritik) hin zu einer prinzipiellen Beschäftigung mit der Idee einer transzendenten Entität. Ich kann nicht verstehen, wie jemand wie Collins über ein (zweifellos beeindruckendes und sogar berührendes) Bild wie einem dreifach geteilten Wasserfall die ‚Trinitätslehre ‚finden‘ kann. Um (ich glaube Dawkins) zu paraphrasieren: Reicht es nicht, einen schönen Garten zu bewundern, ohne dass auch Feen in ihm wohnen müssen?

    Gruß

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