Staatliche Neutralität


Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch: "Wir hoffen, dass sich die Idee eines laizistischen Arbeitskreises nicht in der SPD beheimaten wird."
Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch: "Wir hoffen, dass sich die Idee eines laizistischen Arbeitskreises nicht in der SPD beheimaten wird."Foto: dpa

SPD-Politiker gegen Gottesbezug im Grundgesetz

Kirchenkritiker in der SPD wollen einen laizistischen Arbeitskreis gründen. Das finden weder Parteichef Gabriel noch die Kirche gut.

WELT ONLINE

Vor dem Hintergrund der Integrationsdebatte diskutieren Koalition und Opposition das Verhältnis von Kirche und Staat. FDP-Generalsekretär Christian Lindner forderte mehr staatliche Neutralität gegenüber den Religionen. Eine Gruppe von Laizisten in der SPD dringt auf eine strikte Trennung von Staat und Religion.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, kritisierte die Sozialdemokraten daraufhin scharf. Mit der geplanten Gründung eines laizistischen Arbeitskreises in der SPD falle die Partei hinter ihr Godesberger Grundsatzprogramm von 1959 zurück, sagte Zollitsch WELT ONLINE. Damals hätten die Sozialdemokraten sich den Kirchen angenähert und ihren öffentlich-rechtlichen Schutz ausdrücklich anerkannt.

FDP-Generalsekretär Lindner schrieb in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, in der aktuellen Debatte sei „zu viel von Religion und zu wenig von Republik die Rede“. Es sei falsch, das Grundgesetz als Entwicklung aus dem „christlich-jüdischen Erbe“ zu interpretieren.

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1 Comment

  1. Mit der geplanten Gründung eines laizistischen Arbeitskreises in der SPD falle die Partei hinter ihr Godesberger Grundsatzprogramm von 1959 zurück, sagte Zollitsch WELT ONLINE. Damals hätten die Sozialdemokraten sich den Kirchen angenähert und ihren öffentlich-rechtlichen Schutz ausdrücklich anerkannt.

    Ich weiss zwar nicht, auf was im Godesberger Programm sich der Herr Bischof bezieht, aber er impliziert mit dieser Aussage, dass alleine die Gründung eines solchen Arbeitskreises den Bestand der Kirchen gefährden. Bei Orwell wird diese Einstellung ‚Gedankenverbrechen‘ genannt….

    Bei den kritisierten jährlichen staatlichen Leistungen handele es sich „nicht um Wohltaten der Bundesländer gegenüber den Kirchen oder willkürliche Privilegien, sondern um Rechtspflichten“, die größtenteils aus Enteignungen der Kirchen vor zweihundert Jahren resultierten

    Jaja…ich habe hier mal in einem anderen Kommentar eine Beispielrechnung gemacht. Danach haben, vereinfachend, aber konservativ gerechnet. die Kirchen mittlerweile den Gegenwert einer landwirtschaftlichen Nutzfläche der Größe Hessens bekommen. Und wie die Kirchensteuer verwendet wird sieht man hier.

    Ein Interview mit Rolf Schwanitz über diesen geplanten Kreis findet man übrigens hier.

    Gruß

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