„Menschenzeit“


Quelle: 3sat

Christian Schwägerl ruft die „Menschenzeit“ aus

Der Mensch hat sich die Erde Untertan gemacht. Jetzt beginnt eine entscheidende Epoche unseres Planeten: eine „Menschenzeit“. So lautet der Titel des Buchs von Wissenschaftsjournalist Christian Schwägerl. Und wir müssen uns entscheiden: Wollen wir zerstören oder gestalten?

3sat

„Menschenzeit“ ist die deutsche Übersetzung des Begriffs „Anthropozän“: eine Epoche, in der der Mensch die Natur nicht mehr nur stört, sondern durch sein Wirken umgestaltet. Die heutige Zusammensetzung der Erdatmosphäre beispielsweise lässt sich allein auf den Menschen zurückführen. Dieser Perspektivwechsel geht auf den Chemiker Paul Crutzen zurück: Schon in den 1970er Jahren hatte er davor gewarnt, dass der Mensch durch sein Verhalten die Ozonschicht schädigt. Dafür hat er den Nobelpreis bekommen. Der Mensch ist selbst zur Naturkraft geworden – diese revolutionäre Erkenntnis erfordert für die Zukunft einen radikales Umdenken.

Das Leben auf der Erde neu denken Doch dieser Paradigmenwechsel ist bei denen, die die Natur bewahren wollen, noch nicht angekommen. Nostalgische Umweltschützer wollen zurück zu einem Ökosystem, das es in seiner ursprünglichen Form gar nicht mehr gibt. Bis 2050 werden neun Milliarden Menschen auf der Erde leben – 70 Prozent davon in Städten. Sie alle streben nach einem Lebensstandard, wie wir ihn in den westlichen Ländern schon lange haben. Diese Entwicklung lässt sich nicht mehr aufhalten. Anstelle einer Sehnsucht nach einer ursprünglichen Natur müssen wir das Leben auf unserem Planeten neu denken.

Schwägerl fordert einen radikalen Kulturwandel. Das Ziel ist eine global vernetzte und ökologische High-Tech-Gesellschaft: Wissenschaft, Technologie und fernöstlicher Mäßigung als neue Werte. Der nächste Schritt in der Evolution lautet: Der gereifte Primat richtet sein Handeln ausschließlich an Nachhaltigkeit aus. Doch wie kann es zu solch einem Bewusstseinswandel kommen? Und ist der überhaupt realistisch? Wir sprechen mit Christian Schwägerl über seine Thesen.

4 Comments

  1. die Menschen haben die anstehenden Probleme bisher immer gelöst.
    allerdings muß man zuerst das Grundproblem erkennen.

    die harsche Vernutzung von Ressourcen ist nur ein Symptom.

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  2. Der Mann hat vollkommen Recht ! Die Menschheit ist auf dem besten Wege, sich selbst auszurotten. Aber aufzuhalten ist dieser Prozeß leider nicht. Selbst der globale Wille zum Umdenken, wird daran nichts ändern, so lange sich der globale Wille zum Handeln nicht durchsetzen kann.

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