Die Bahai – Sekte?


Die Gärten der Bahai in Haifa, Israel, Foto: brightsblog

Die Bahai-Gemeinde in Kassel gibt es seit über 30 Jahren – Ihre Religion ist im Iran verboten

HNA.de

In der nordhessischen Metropole traf sie auf zwei weitere Bahai, wie sich die Anhänger der Religion nennen. 1979 war die Gemeinschaft auf neun Gläubige angewachsen, ein Geistiger Rat wurde gegründet. Heute gibt es 45 Bahai in und um Kassel. Die zentralen Thesen der Religion fasst Ingrid Kieven zusammen: „Die Bahai-Religion möchte religiöse Vorurteile abbauen. Die Einigkeit zwischen Völkern und Religionen hat letztendlich den Weltfrieden zum Ziel“, sagt sie. Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau solle gelebt werden.

Klaus-Dieter Warner aus Ahnatal ist seit 27 Jahren Bahai. „Es gibt kein Priestertum. Man kann sich mehr in die Entwicklung der Religion einbringen“, sagt der kaufmännische Angestellte. Die Gemeindemitglieder treffen sich alle 19 Tage zum so genannten 19-Tage-Fest. Gemeinsam feiern sie eine Andacht, die sie selbst gestalten. Das Treffen dient außerdem der Beratung und der Geselligkeit. Die Gläubigen laden zu diesem Fest abwechselnd in ihre privaten Wohnungen ein.

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5 Comments

  1. Die Bahai sind zwar freidlich und prinzipiell nicht unsympathisch. Man muss allerdings aufpassen, bei dem was sie sagen. Einheit und Vereinigung bedeutet nicht Multikulti – nein, angestrebt ist eine Zukunft, in der alle Menschen endlich die wahre Religion (welche wohl) gefunden haben. Dann wird die ganze Welt friedlich unter der Führung des von Gott inspirierten (somit unfehlbaren, nicht abwähbaren und nicht zu kritisierenden) „Universalen Hauses der Gerechtigkeit“ in Haifa leben.
    Gruselige Vorstellung – kommt dem geliebten Führer Kim Yong Il recht hane…

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  2. Nun ja, die Bah’i sind zwar ziemlich friedlich, aber es gibt da auch sehr geschlossene und patriarchale Gruppen (zb. in der USA), die auf ihre Mitglieder sehr gorssen Druck ausüben, und wo Kritik, aber auch Ehen mit nicht-Baha’i Ausschluss aus der Gemeinschaft und Bruch mit der Familie bedeutet.

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  3. irgendwie kommen mir die bahai wie die erste esoterische sekte vor… aber damit tue ich ihnen wahrschenlich unrecht.
    der gründer hat immerhin versucht in frieden mit den anderen religionen zu leben.

    sie sind arg freundlich, zuvorkommend, tun wahrschenlich keiner fliege was zu leide, gehen barfuß und lächeln sich ’nen wolf.

    leider haben sie stilistisch keinen geschmack: aber ich erschaudere immer noch bei der vorstellung von dem ganzen kitsch und krempel im tempel in haifa… *schüttel* … platikblume, chinesische vasen und laternen im stile napolen III…

    dafür darf man sie aber nicht verfolgen 😉

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  4. Das ist letztlich ein Problem, das die REligiösen verschiedener Couleur miteinander klären müssen.

    Ich finde es angenehm, wenn sich da jemand findet – aber mich betrifft es nicht.

    So lange eine Religion keinen Anspruch auf mich hat, und mir ihre Regeln vorschreiben will, habe ich mit KEINER ein echtes Problem.
    Natürlich empört es mich, wenn eine Religion ihren eigenen Mitgliedern inhumane und unsinnige Vorschriften macht. Aber das ist etwas, das diese Mitglieder innerhalb der Religion klären müssen, falls sie sich nicht aus dem Grund daraus fortbegeben…
    und so lange die Sachen, die da ablaufen nicht illegal sind.

    Illegale Vorgänge aber sind Angelegenheit der Justiz, nicht meine – obwohl ich dazu natürlich ne Meinung haben darf.

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  5. In den Achtzigerjahren nahm ich auf Einladung eines Bekannten an einem Treffen der Bahá’i in Stuttgart teil. Bei dieser Gelegenheit lernte ich auch Huschmand Sabet (Inhaber eines namhaften Teppich-Fachgeschäftes), den Verfasser des Buches „Der gespaltene Himmel“ kennen, der mir nach einer angeregten Diskussion über Gott und die Welt sein Buch schenkte.
    Ich erfuhr im Verlauf des Abends erstmals, dass die Bahá’i im Iran verfolgt werden und einige Bahá’i-Mitglieder langjährige Gefängnisstrafen verbüssen müssen. Mir fiel wohltuend auf, dass es bei den Bahá’i keine Priester, somit auch keine Beichte und kaum Rituale gibt. Zu Beginn der Andacht wurde klassische Musik vom Band gespielt. Es folgte eine Ansprache von Huschmand Sabet, mit Informationen über den Begründer der Offenbarungsreligion Bahá’u’lláh und dessen vorwiegend humanitäres Anliegen, die friedliche Vereinigung aller Weltreligionen.
    Für mich als überzeugten Atheisten war der Glaube an einen allmächtigen Gott zwar nicht nachvollziehbar, aber beeindruckend war doch das vordringliche, erkennbare Bemühen der Bahá’i, die Religionen der Welt zu einer friedlichen Einheit zu vereinen. Dies ohne jeglichen Führungsanspruch seitens der Bahá’i. Es entstand bei mir auch nicht der Eindruck, dass für die Bahá’i im Stile der katholischen und evangelischen Kirche missioniert wurde. Nichts zu spüren vom intoleranten, islamischen Alleinvertretungsanspruch oder dem blinden Fanatismus der Zeugen Jehovas und anderer Sekten. Die Vereinigung stand im Vordergrund und es blieb der Respekt vor der jeweils anderen Religion. Für mich sind die Bahá’i von allen religiösen Bekenntnissen die sympahischsten Vertreter unter den Gottgläubigen. Durchaus denkbar, dass in deren Sinne ein tolerantes Miteinander zwischen Gottgläubigen aller Konfessionen und dem Atheismus denkbar wäre.

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