Der Mensch stammt nicht vom Affen ab


Quelle: commonsensatheism.com

Der Biologe und Schriftsteller Richard Dawkins über sein Buch „Die Schöpfungslüge“, eine gefährdete Bildung und abergläubische Politiker

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Freie Presse: Herr Dawkins, warum hat es die Evolutionstheorie so schwer?

Richard Dawkins: Ernst Meyer*, einer der Väter des Neodarwinismus, schlägt als Erklärung den Essenzialismus vor. Das ist die Vorstellung, dass alle reellen Dinge nur fehlerhafte Annäherungen an perfekte ideelle Vorlagen sind. Jedes wirklich gezeichnete Dreieck ist nicht perfekt, stellt also eine quasi „fehlerhafte“ Variante des idealen Dreiecks dar. So kann man sich aber die Tier- und Pflanzenwelt nicht vorstellen: In Wahrheit sind beispielsweise alle lebenden Kaninchen eigene, gültige Wesen, die sich mit der Zeit ändern. Sie sind keine unperfekten Versionen eines Ideal-Kaninchens. Das ist eine Erklärung dafür, warum Evolution so schwer zu fassen ist. Ich bin allerdings nicht ganz so überzeugt von dieser Idee. Ich denke, Menschen sind generell sehr beeindruckt von der schieren Komplexität der lebenden Welt. Weil nun aber viele komplexen Dinge wie Fernseher oder Handys selbstverständlich einen Designer haben, denken sie naiverweise, dass alles, was komplex ist, einen Designer haben muss. Es brauchte erst einen Darwin um zu begreifen, dass das nicht der Fall sein muss.

Freie Presse: Aber warum werden Erkenntnisse wie Einsteins Relativitätstheorie, die wesentlich schwerer verständlich ist, dann allgemein akzeptiert?

Die Evolutionstheorie hat ein klein wenig das Problem, dass jeder denkt, er verstehe sie. Ein Beispiel: Der Mensch stammt nicht vom Affen ab. Menschen und Affen haben gemeinsame Vorfahren! Und es hat natürlich etwas mit Religion zu tun. Viele Menschen haben das Gefühl, der Gedanke der Evolution greife sie in ihrem Glauben an und lehnen ihn daher per se ab.

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* es ist Ernst Mayr gemeint.

5 Comments

  1. hm?
    Der Mensch IST ein Affe.
    ein etwas intelligenterer (hofft man….), kooperationsfähigerer (hofft man…)

    ZB unsere Kommunikationsstruktur ist eindeutig eine Primaten-Kommunikation.
    Man muß sich da nur mal ne Mutter und ihre Kind angucken, diese Kommunikationskaskaden und -wiederholungen.

    im Vergleich zu Caniden: ganz anders. Keine dauernden Wiederholungen, kein Krach, kein ineinander verschränktes Wechselspiel (Rondo…)

    Das ist nicht prinzipiell besser als die Primatenkommunikation, nur anders (und der entsprechenden Überlebensweise angepaßt).

    In manchen Dingen unterscheiden sich Menschen von anderen Primaten (nee, nicht in ihrem aggressiven Potenzial…. ganz und gar nicht), sondern in der Fähigkeit, hochkooperativ zu sein.

    Wird nur gern übersehen.

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  2. Meine Güte, der Mensch stammt sehr wohl von anderen Affen ab, weil er per Definition selbst noch zu den Affen zählt.
    Tatsächlich würde man unsere Vorfahren, liefen sie heute noch herum in den Zoo sperren neben den Schimpansen und Gorillas, da sie sich wohl kaum davon unterscheiden würden.

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