Angela Merkel: Dodo des Monats Oktober 2010


Dodo des Monat Oktober 2010

Die Wahl zum Dodo des Monats hatte es in sich. Die alten Koalitionäre Merkel und Nahles, CDU und SPD, lieferten sich zwei Tage lang ein Kopf an Kopf Rennen. Die SPD hat den Vergleich verloren. Aber Frau Nahles wird während der Umgestaltung der SPD zu einem katholischen Orden noch viel Unsinniges von sich geben und uns viel  Freude machen. 62,33% aller Stimmen vereinten die Damen auf sich. Da bleibt dem oberbayrischen Großmaul Seehofer das Hendl im Hals stecken, da muss er, trotz Frauenquote in der CSU, erst einmal hinkommen.

Tauchen wir ein in die Parallelgesellschaft der Bundeskanzlerin Merkel, Pastorentochter, wurde sie im elterlichen Hause christlich indoktriniert und sollte fortan die Geschichten, Märchen und Mythen der nahöstlichen Wüstenvölker glauben und schätzen lernen. So will man uns glauben lassen. Ganz nehme ich der Dame ihre christliche Überzeugung nicht ab, Thälmannpionier und FDJler, etwas Agitation und Propaganda gefälligst, scheinen mir heute noch erkennbar zu sein. Da ist jede Menge Opportunismus gepaart mit dem Willen zur Macht. Sie scheut vor nichts zurück, auch auf ihrem jetzigen Irritationsgipfel der Integration. Soziale Probleme der Menschen werden an religiösen Fragen festgemacht und genau hier findet die soziale, kulturelle, wirtschaftliche und politische Deintegration der Kanzlerin und damit der Regierung statt.

Menschen werden nicht als Menschen sondern anhand ihrer religiösen Anschauungen identifiziert. All die ungehorsamen, weil ungläubigen Atheisten, Agnostiker, Skeptiker werden schlicht und einfach negiert, nicht zur Kenntniss genommen, gar ausgegrenzt?

Angela Merkel

“Wir fühlen uns dem christlichen Menschenbild verbunden, das ist das, was uns ausmacht.” Wer das nicht akzeptiere, “der ist bei uns fehl am Platz”.

Der politischen Anästhesie ihrer Regierung setzt sie die Dornenkrone der Christenheit aufs Haupt. Da relaxt die Kanzlerin vom Alltag der Demokratie. Vermittelt die Botschaft ans Christenvolk, wohl eher an die Paffen, ich bin eine von euch, auf mich könnt ihr zählen. Billig in Kauf nehmend, dass rund ein Viertel der in Deutschland lebenden Menschen eben anderen Menschenbildern verbunden ist und zum Beispiel dem humanistischen Menschenbild den Vorzug gibt.

Religiosität in unserer Gesellschaft nimmt bedrohliche Ausmaße an. Die Kanzlerin mutiert zur Laufmagd der Pfaffen, der Bundespräsident flirtet mit dem Islam, der Bundestagspräsident teilt uns seine Gebetskultur in Buchform mit usw. Rückblickend kann man sagen, soviel Irrationalität, soviel verminderte Zurechnungsfähigkeit unserer Spitzenpolitik war selten. Das sieht man in der Politik, in den Medien und im auftreten der Pfaffen. Die Integrationsdebatte um Menschen mit türkischen, arabischen, kroatischen, serbischen und russischen Wurzeln nimmt sozialpornografische Züge an. Man meint, dass man sich in einer Doku-Soap des privaten Fernsehens befindet. Der christliche Exhibitionismus ist Herpes-verursachend.

Laut dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland herrscht in Deutschland Religionsfreiheit. Diese Religionsfreiheit impliziert nicht nur die Option für eine Religion der individuellen Wahl, sondern auch das Freisein von jeglichem Gottesbekenntnis. Die Würde von Religionen interessiert mich einen Dreck, die Würde des Menschen ist eines der höchsten Güter welches unsere Gesellschaft zu sichern und zu schützen hat, das ist für mich wichtig, weil ich meine Mitmenschen als das sehe, was sie sind, MENSCHEN. Es gibt keinen „Ehrschutz“ für Religionen, der zu Lasten individueller Freiheitsrechte geht.

Die Äußerung der Kanzlerin, wer das christliche Menschenbild nicht akzeptiere, sei in Deutschland fehl am Platze ist grundgesetzwidrig, diskriminierend, chauvinistisch und opportunistisch und zeigt wie dringend geboten die staatliche Neutralität ist. Eine Identifikation des Staates mit einer Weltanschauung führt automatisch zur Ausgrenzung anderer Menschen.

Es bietet sich die einmalige Chance für die Kanzlerin sich in das Volk integrieren zu lassen, schon aus reinen Macht-ästhetischen Gründen, Sie können sich bei all denen entschuldigen, die sie mit Ihrer Äußerung mal eben ausser Landes katapultiert haben, Ihr Redenschreiber wird sich da schon etwas einfallen lassen und zu ihrem Gott beten, dass das Wahlvolk ein schlechtes Langzeitgedächtnis besitzt.

Herzlichen Glückwunsch zum Dodo des Monats.

9 Comments

  1. Dann bin ich wohl kein guter Deutscher:
    – Ich stehe nicht auf Kreuzigungen
    – Ich mag keine Steinigungen
    – Bei der Golgatha-Szene muss ich kotzen

    Jehova

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  2. Den Dodo für „es Angela“, eine vortreffliche Wahl! 🙂

    Ähm, kriegt das unsere Kanzlerin auch irgendwie mit? Schickt ihr da ´nen Brief, eine Email oder vielleicht einen kleinen „Mini-Plastikdodo“ ins Kanzleramt?

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  3. Na, die Angie hat den Dodo ja wirklich verdient. Aber mal ganz im Ernst, diese seltsame Pfarrerstochter regiert unser Land !? Ist das nicht erschreckend ?

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  4. @ nickpol

    Ich hatte stark gehofft, dass wenigstens DU mir eine noch wählbare Partei empfehlen könntest ! Was machen wir jetzt mit unserer Stimme ?

    @ stefan

    Tut mit Leid, aber die Piratenpartei liegt nun wirklich nicht auf meiner Linie. Was diese Leute z.B. bezüglich des Urheberrechtes vertreten, ist für mich völlig inakzeptabel. Würde das Urheberrecht ausgehölt, hätte kaum noch jemand Lust, kreativ tätig sein zu wollen. Es würde sich nämlich nicht mehr lohnen, wenn auf Tauschbörsen Musik, Bücher und andere Geistesleistungen kostenlos erhältlich wären. Jede Arbeit lebt vom Lohn. Wenn der ausbleibt, müßten Kreative ja von Arbeitslosenunterstützung (Hartz IV) leben. Ne, ne, die Piraten sind genauso Dösköppe und Dummschwätzer, wie wir das von den Politikern der etablierten Parteien längst kennen. Diese Leute denken leider auch nicht über den eigenen Tellerrand hinaus.

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  5. „…welche Partei für einen demokratisch gesinnten Atheisten noch wählbar sein könnte…“

    Die Piratenpartei ist ziemlich religionslos und noch nicht so lobbyverseucht wie die Grünen. Die sind zwar kaum regierungsfähig, aber jeder fängt mal klein an. 🙂

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  6. Wenn religiotisch indoktrinierte Politiker/Innen nicht endlich erkennen, dass Religion in der Politik nichts zu suchen hat und Privatsache bleiben muss, werden sie in Kauf nehmen müssen, dass Teile der Wähler der Urne fernbleiben. Seit ich wählen darf, habe ich keine einzige Bundes-, Landtags- oder Gemeinderatswahl versäumt und dabei meine Gunst je nachdem mal dieser, mal jener Partei zukommen lassen. Bei der nächsten Wahl wäre eigentlich nach vielen Jahren wieder mal die SPD für mich das kleinere Übel gewesen. Aber dann hat mich die Nahles mit ihrem offen vorgetragenen Glaubensbekenntnis doch abgeschreckt. Zudem habe ich nicht vergessen, welch intrigante Rolle sie seinerzeit bei der Wahl des SPD-Generalsekretärs gespielt hat, indem sie Münteferings Wunschkandidaten, mit Hilfe ihres Unterstützerkreises, ausgebootet hat.

    Nicht wählbar ist für mich die Partei mit dem „C“ im Parteinamen. Da hat mich die seinerzeitige Forderung von Frau Merkel, den Gottesbezug in die EU-Verfassung aufzunehmen, vollendes davon überzeugt, dass Politiker/Innen mit solchen Ansichten im säkularen Deutschland keine Wahlstimme wert sind. Bei den Grünen war es Renate Künast, die mit ihrer Forderung, die Kassenleistungen für homöopathische Mittelchen beizubehalten, meine ursprüngliche Sympathie vollends verscherzt hat. Es ist zudem längst bekannt, dass die Homöopathen-Lobby innerhalb dieser Partei großen Einfluß hat. Nicht wählbar sind ferner „Die Linke“, deren Stasi-Vergangenheit von vielen ihrer Wähler offenbar längst übersehen und toleriert wird. Für mich nicht nachvollziehbar, dass sich linke, westliche Politiker mit diesen Leuten verbünden konnten. Bleibt die FDP übrig, die sich allerdings als ausgesprochene Lobbyisten-Partei selbst diskreditiert hat. Sie dürfte es schwer haben, bei der nächsten Bundestagswahl die 5 %-Hürde zu überspringen.
    Man möge mir doch bitte einen Rat geben, welche Partei für einen demokratisch gesinnten Atheisten noch wählbar sein könnte.

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    1. Argus7

      Man möge mir doch bitte einen Rat geben, welche Partei für einen demokratisch gesinnten Atheisten noch wählbar sein könnte.

      Hm, ich sehe momentan keine politische Kraft, die für einen kritisch, demokratischen Atheisten wählbar sein könnte. Selbst Gysi von DEN LINKEN hält eine „gottlose Gesellschaft“ für moralisch wertlos und die Lebensabschnittsbegleiterin von Lafontaine bevorzugt christliche Kindergärten, auf dass die lieben Kleinen so richtig indoktriniert werden.

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