Erster Erklärungsversuch


Klaus Winterhoff erläutert Kirchensteuern, Entgelten und Staatsleistungen.

Matthäus 21:12:

Und Jesus ging zum Tempel Gottes hinein und trieb heraus alle Verkäufer und Käufer im Tempel und stieß um der Wechsler Tische und die Stühle der Taubenkrämer.

Woher das Geld der Kirche kommt und wofür sie es ausgibt

Vor dem Hintergrund der Debatte über staatliche Finanzzuwendungen an die Kirchen hat die EKD einen Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben gegeben.

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In der EKD mit 22 Landeskirchen und 15.000 Gemeinden würden jährlich rund zehn Milliarden Euro bewegt, erklärte Klaus Winterhoff (Bielefeld), Juristischer Vizepräsident des westfälischen Landeskirchenamts, am 8. November. Er brachte vor der EKD-Synode in Hannover den Haushaltsplan 2011 der EKD für den Rat der EKD ein. Die größte Einnahmequelle mit 45 Prozent seien die Kirchensteuern, Kollekten, Opfer und Spenden der rund 24,2 Millionen Mitglieder. Auf einen Anteil von 35 Prozent summierten sich die sogenannten Drittmittel. Dabei handelt es sich um öffentliche Gelder, die als Entgelte für gesellschaftliche Leistungen gezahlt werden. Dazu zählen etwa der Betrieb von Kindertagesstätten und die Denkmalpflege. Die evangelische Kirche sei mit ihren 21.000 Kirchen, von denen 80 Prozent unter Denkmalschutz stehen, die größte Denkmalschützerin Deutschlands, so Winterhoff.

„Staatsleistungen“ sind Entschädigungen

Zu den Finanzquellen zählten auch Darlehenseinnahmen, Versicherungserlöse und Staatsleistungen. Um diese war im Sommer eine öffentliche Debatte entbrannt. Bei diesen Zuwendungen handelt es sich um Entschädigungen für Enteignungen von Kirchengut im Rahmen der Säkularisierung vor rund 200 Jahren. Sie sind bis zu einer eventuellen Ablösung durch das Grundgesetz garantiert. Das Volumen beträgt laut Winterhoff für die evangelische Kirche in diesem Jahr knapp 240 Millionen Euro, das sind etwa 2,3 Prozent aller Einnahmen. Über ein gesetzliches Verfahren zu ihrer Ablösung könne man reden. Nach Angaben des amtierenden EKD-Ratsvorsitzenden, Nikolaus Schneider (Düsseldorf), kann die Kirche keine „Rabatte“ in Aussicht stellen. Laut Winterhoff besteht die dritte Einnahmegruppe der Kirche aus eigenen Einnahmen, etwa Kapitalerträgen, Einkünften aus Miete und Verpachtung sowie Entgelten für Dienstleistungen zum Beispiel bei Sozialstationen.

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4 Comments

  1. @wahoonie:

    und bzgl “größte denkmalscghützerin” – eigentum verpflichtet 😉 wenn sie das nicht tragen wollen, dürfen sie geren verkaufen und umnutzen lassen.

    Zum einen: Bei den Kirchen gelten nur die Pflichten, zu deren Übernahme sie sich großzügigerweise selbst bereit erklärt hat. Wie z.B. bei Kindern der Priester (ich darf mal aus Wikipedia zitieren:

    Über die Unterhaltszahlungen von Ordenspriestern berichtete Der Spiegel 2002: „Alimente gibt es nur gegen Verschwiegenheit von Mutter und Kind – und dann auch nur über das Konto eines Anwalts oder Notars, damit die Herkunft des Geldes nicht so leicht nachvollziehbar ist.“[14] Der Theologe Knut Walf bekundete: „In der Tat kommt es gelegentlich vor, dass die kirchliche Seite nur zu Zahlungen bereit ist, wenn schriftlich Verschwiegenheit versprochen wird. Vermutlich ist das sogar die Regel! Ich sah dergleichen.“[15]

    ).

    Bei den Kirchen ist das so eine Sache: Warum sollen die die verkaufen? Die wirklich bemerkenswerten werden eh zu einem nicht unerheblichen Teil aus öffentlichen Geldern oder von Zweckvereinen finanziert. Der kirchliche Anteil daran ist äußerst gering. Nehmen wir mal als Bsp den Kölner Dom:

    Zentral-Dombau-Verein (ZDV) 3,5 Mio. Euro/Jahr
    Erzbistum Köln 1,2 Mio. Euro/Jahr
    öffentliche Mittel (Stadt Köln, Land NRW) 0,9 Mio. Euro/Jahr
    Spenden und Eigenmittel 1,7 Mio. Euro/Jahr

    Der ZDV ist übrigens ein gemeinnütziger Verein mit ca 13000 Mitgliedern. Nix Kirche oder so….

    Nun ja, jetzt könnte man argumentieren, dass der Kölner Dom ob seiner Baugeschichte ein Sonderfall ist. Schauen wir doch mal, wie’s in Bayern aussieht (diese Quelle ist unverdächtig):

    Ein solcher Vertrag, das Konkordat aus dem Jahr 1924 zwischen dem Vatikan und dem Freistaat, legt fest, dass Bayern und nicht die Katholische Kirche für hochrangige Geistliche und den Unterhalt von Kirchen und Klöstern aufkommt.

    Ok, das waren bisher alles bei den Katholen. Der Artikel hier geht ja über Evangelen. Aber gerade bei denkmalgeschützten Objekten erhalten die Kirchen großzügige Unterstützung.

    Gruß

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  2. ich finde es immer wiede lustig, dass kirchen immer noch für enteignungen „entschädigt“ werden, die über 200 jahre zurück liegen, während menschen, die durch arisierung oder später auch durch kollektivierung enteignet wurden nichts bekommen.

    und bzgl „größte denkmalscghützerin“ – eigentum verpflichtet 😉 wenn sie das nicht tragen wollen, dürfen sie geren verkaufen und umnutzen lassen.

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  3. „Bei diesen Zuwendungen handelt es sich um Entschädigungen für Enteignungen von Kirchengut im Rahmen der Säkularisierung vor rund 200 Jahren. Sie sind bis zu einer eventuellen Ablösung durch das Grundgesetz garantiert.“

    Aha, „Staatsleistungen sind also Entschädigungen“. So kann man es natürlich auch hinbiegen, wie erbärmlich.

    Dieser kirchliche „Finanz-Versuchs-Erklärer“ Winterhoff sollte bei dieser Gelegenheit auch mal erklären, woher als auch mit welchen Mitteln das angebliche „Kirchengut“ (Reichtum der Kirchen insgesamt) in den vergangenen Jahrhunderten stammt, bzw. zusammengerafft wurde.

    Na, und ferner ist die Änderung des Grundgesetzes wohl längst überfällig, oder wie lange sollen die Steuerzahler für die kirchlichen „Gottesanbeter“ eigentlich noch bluten?

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  4. Na, wie großzügig, über eine Ablösung dieser Entschädigungszahlungen reden zu wollen. Da sieht man doch direkt christliche Nächstenliebe.

    Übrigens, wenn der gute Mann darüber spricht, dass man keine Rabatte gewähren kann: Was ist eigentlich die rechtliche Basis dieser Zahlungen? Kann er irgendeinen Vertrag oder Gerichtsurteil dazu beibringen? Ne, kann er nicht: Diese Zahlungen basieren auf reiner Freiwilligkeit und gehen zurück auf Zusagen von Territorialfürsten.

    Gruß

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