Kein Pluralismus – Konstanzer Provinz-Posse


Will beim Konziljubiläum mitreden: Der linke Stadtrat Holger Reile. Bild: Archiv

Die Debatte um das geplante Konziljubiläum 2014 bis 2018 ist um eine weitere Posse reicher: CDU und Freie Wähler weigern sich mit dem linken Stadtrat und Kirchenkritiker Holger Reile in einem Arbeitskreis zusammenzuarbeiten.

Südkurier

Die Debatte um das geplante Konziljubiläum 2014 bis 2018 ist um eine weitere Posse reicher: CDU und Freie Wähler weigern sich, mit dem linken Stadtrat und Kirchenkritiker Holger Reile in einem eigens einberufenen interfraktionellen Arbeitskreis zusammenzuarbeiten. Diese Gruppe soll über Programm und Ziele des Jubiläums beraten. Einmal hat der Arbeitskreis bereits getagt, die Linke Liste Konstanz ist hierzu nach eigenen Angaben nicht eingeladen worden. Wenn es nach den Wünschen der bürgerlichen Fraktionen geht, dann sollte das auch künftig so bleiben. „Herr Reile hat sich durch seine polemische und zumeist destruktive Art ein Stück weit auch selbst dort herauskatapultiert“, sagte Erwin Weisschedel, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Dies sei keine Entscheidung aus politischen Gründen gewesen, sondern aus persönlichen.

Die Vertreter der Freien Wähler in dem Arbeitskreis zum Konziljubiläum seien der Überzeugung, dass man beispielsweise mit Vera Hemm, ebenfalls Stadträtin der Linken Liste, gut zusammenarbeiten könne. Nach Auffassung einiger FWG-Räte sei mit Holger Reile eine solche vertrauensvolle Zusammenarbeit aber nicht möglich. Auch in der CDU ist die Neigung, mit Reile zu sprechen, spätestens seit der Konzert- und Kongresshausdebatte gering ausgeprägt. Holger Reile war einer der Köpfe hinter der „Nein zu Klein Venedig“-Kampagne. Dennoch bemüht sich Wolfgang Müller-Fehrenbach um Relativierung: „Das wird jetzt alles ein bisschen hochgespielt. Letztlich ist das nur ein formaler Akt. Gruppierungen, die keinen Fraktionsstatus haben, bekommen in solchen Arbeitskreisen in der Regel keinen Sitz“, so Müller-Fehrenbach.

6 Comments

  1. Da zeigen ein paar provinzpolitiker, daß sie im Grunde dienstunfähig sind, und zwar aus persönlichen Gründen.

    nun nun, das sollte man häufiger zugeben, meine Herren Politiker.

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  2. Naja, ich glaube, beim ersten Mal war es eher mehr als ‚well done‘. Man könnte es sozusagen nochmal versuchen und sich dabei dann daran erinnern, wie tief die Toleranz, die der heutigen Gesellschaft ja zu Grunde liegt(en sollte), ihre Wurzeln in der ‚christlichen Tradition‘ hat.

    Gruß

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  3. @argus7
    wie wahr, wie wahr! bekommen wir von höchsten stellen ja auch täglich vorgelebt – warum sollten da die napoleons der kommunalpolitik zurückhalten?

    @skepsis
    nach dem motto „die gans ist noch nicht gebraten“ ? ;P

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  4. Oh, ein Jubiläum, wie schön!! Falls dem Org-Komitee die Ideen ausgehen sollten: Wie wär’s für das Jahr 2015 mit einem Johann-Hus-Gedächtnisgrillen?

    Gruß

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  5. Dies ist ein beredter Beweis dafür, dass der Säkularismus in Deutschland von religiös motivierten Politikern permanent unterlaufen wird.

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