Phänomene des Atheismus – oder von der Hoffnung der Gläubigen


Professor Magnus Strieth bei seinem Vortrag im ökumenischen Gesprächsforum Salem. Bild: Schober

„Phänomene des Atheismus“ – unter diesem Titel hat das ökumenische Gesprächsforum Salem ein Thema aufgegriffen, das von Professor Magnus Strieth von der Universität Freiburg fassettenreich und höchst spannend aufbereitet wurde. Die Themenwahl für die neuerliche Vortragsveranstaltung des ökumenischen Gesprächsforums fiel nicht von ungefähr auf die Beleuchtung der Phänomene des Atheismus.„In den letzten Jahren waren vermehrt Stimmen zu hören, die einen teils aggressiven Atheismus proklamierten“, sagte Reinhard Nowak, der Initiator des ökumenischen Gesprächsforums im Vorfeld.

Von Peter SchoberSüdkurier

Professor Magnus Strieth bestätigte Nowaks Feststellung und führte dafür den Oxford-Professor Richard Dawkins und sein im Jahr 2006 erschienenes Buch „Der Gotteswahn“ an, das zu einem Bestseller geworden sei. Dawkins bringe Religion mit Gewalt in Verbindung und begreife sie als Produkt von Evolution und Projektion. Als einziges Methodenparadigma lasse er die Naturwissenschaften zu.

Dazu formulierte der Freiburger Professor aber die Gegenfrage: „Sind Naturwissenschaften die einzige Form von Rationalität?“ Dem theoretischen Atheismus, wie Strieth Dawkins Lehre bezeichnete, stellte er den „frommen Atheismus“ gegenüber, wie er beispielsweise durch den Philosophen Herbert Schnädelbach repräsentiert sei. „Der fromme Atheist ist nicht gegen Gott“, sagte Strieth, „sondern er hat nicht den Glauben an Gott.“

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8 Comments

  1. Strith wird nur vom Staat bezahlt der leider so teure wie unnütze Theologische Fakultäten finanziert. „Professor“ würd ich bei so Geistergläubigen in Anführungszeichen schreiben.

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  2. @ Esofee,

    tja, noch nicht richtig im Amt und gleich ´mal den zunehmenden Atheismus beklagen…wie vorhersehbar. Das riecht ja schon nach einem verzweifelten Hilferuf oder ist es möglich, dass die Kuttenträger etwa Angst haben?

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  3. Neuer Chef der Protestanten warnt vor Atheismus

    Der „kämpferische Atheismus“ breite sich aus, warnt der frisch gekürte Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider. Zugleich sprach er sich für Embryonentests aus.

    Am Tag nach seiner Wahl zum neuen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat Nikolaus Schneider vor einem „kämpferischen Atheismus, der in seinen Behauptungen fast fundamental wirkt, gewarnt. Im Bayerischen Rundfunk sagte Schneider am Mittwoch, man merke, dass den Menschen seit einer Generation – besonders in den neuen Bundesländern – das Wissen über den christlichen Glauben abhanden gekommen sei …

    http://diepresse.com/home/panorama/religion/609246/D_Neuer-Chef-der-Protestanten-warnt-vor-Atheismus?_vl_backlink=/home/panorama/religion/index.do

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  4. „Der fromme Atheist“- das ist irgendwie typisch. Gläubige können sich einfach nicht vorstellen, dass man _nicht_ an irgend eine nicht vorhandene Entität glaubt.

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  5. Was hat dieser Strieth eigentlich vor?

    Soll das ein kläglicher Versuch sein, mit den Atheisten anzubandeln und gar auf „Schmusekurs“ zu gehen? Lächerlich.

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  6. Denn mit dem Tod Gottes, so Strieth, würde sich ein Menschenbild auflösen, das die Würde des Menschen nicht zuletzt auch in dessen Sehnsucht nach einem sinnverbürgenden Gott erkannt habe.

    Dieses ‚Argument‘ ist ja der Klassiker, auch wenn hier von Menschenwürde gesprochen, aber (in der Fortführung des Argumentes) Moral gemeint ist. Ich frage mich, ob denjenigen, die es vorbringen, nie darüber nachgedacht haben, dass sie damit von ihrer eigenen religiösen Vorstellung ausgehen (hier eben der christliche Gott) und also nicht nur Atheisten, sondern allen Nichtanhängern ihrer konkreten Religion Menschenwürde und moralisches Handeln absprechen.
    Bei diesem konkreten Beispiel des Christentums kann man sich auch nicht damit rausreden, dass ja alle Religionen einen ‚Gott‘ haben, weil sich das theologische Konzept des Buddhismus, Hinduismus, Animismus etc grundlegend von monotheistischen Religionen unterscheidet (und das nicht durch die Anzahl der Götter).

    Gruß

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  7. „fromme Atheisten“ klaro…

    Das ist doch nur ein weiterer billiger Versuch Atheismus als Religion darzustellen, weil sich diese Leute eine Welt ohne Götter nicht vorstellen wollen oder können – nur deswegen müssen auch Atheisten irgendwie fromm und gläubig sein.

    Es ist zum Verzweifeln mit diesen Leuten.

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  8. „Der fromme Atheist ist nicht gegen Gott“, sagte Strieth, „sondern er hat nicht den Glauben an Gott.“

    Wenn das stimmt, dann ist selbst der Papst ein Atheist. So kindlich einfältig kann doch selbst der Papst nicht sein, dass er die der Welt überlieferten Kirchenmärchen als Wahrheit wertet ! Er benutzt die Märchen nur, um Macht über die Köpfe der Menschen zu gewinnen. Die Atheisten haben das längst erkannt, die Katholen werden’s noch lernen müssen.

    Übrigens: Atheisten sind nicht fromm, sie sind aufgeklärt !

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