PID und christlich-soziale Scharia


Quelle: cicero.de

Den katholischen Einbetern folgend wurde auf dem Parteitag der CDU der Thematik der Präimplantationsdiagnostik(PID) eine Absage erteilt.

Die katholischen Kirchenfürsten wollen auf einem Terrain mitreden, dem sie sich aus rein erbrechtlichen Gründen entzogen haben. Schlimm genug, dass diese Scharlatane der Fortpflanzung und Sexualität ihre in Stein gehämmerten Moralvorstellungen in eine befruchtete Eizelle zementieren müssen. Stur wie Breschnjew begreifen sie, dass es eben nicht mehr heisst, von der Geburt bis zum Tod ist die Kirche der Begleiter menschlichen Lebens. Die Seele des Menschen, einst Adam von Gott eingeblasen ensteht nun teilhaftig in den Ovarien und Testes des Menschen. Fortpflanzung ist göttlich, selbiger entziehen sie sich durch Autoerotik oder Haushälterinnen. Mitreden wollen sie, völlig nebensächlich, menschliche Liebe, ob nun hetero-oder homosexuell, einzig und allein die Liebe Gottes ist entscheidend.

Es scheint aber so, dass keiner richtig das Urteil des Bundesgerichtshofs gelesen hat. Die Auslese der Embryonen ist eben nur da erlaubt, wo es so um so schwere Defekte geht, dass eine Lebendgeburt unwahrscheinlich erscheint. In unserern Nachbarländern wird das ganz anders gehandhabt.

Insofern ist der Parteitagsbeschluss der CDU nichts anderes als vorauseilender Gehorsam, wer zusammen betet, macht auch gemeinsame Politik.

Das Problem, es gibt genug Politiker und ihre rückwärts-gewandten Parteigänger die den Schwarzkitteln wollüstig ins Rektum kriechen.

„Wir leben nicht in einem Staat mit katholischer Scharia“

Interview mit Dr. Matthias Bloechle – Cicero

In seiner Praxis nimmt er die Präimplantationsdiagnostik vor, durch seine Selbstanzeige ist die Methode in Deutschland faktisch erlaubt: Der Frauenarzt Matthias Bloechle im Interview über Embryonenselektion, die Folgen der Abtreibung und das „abgestufte Lebenskonzept“.

Dr. Bloechle, die Rechtslage für die umstrittene Präimplantationsdiagnostik (PID), also die genetische Untersuchung und Selektion künstlich gezeugter Embryonen vor der Einsetzung in den Mutterleib, war in Deutschland lange ungeklärt. Sie selbst haben die PID als Arzt durchgeführt, sich anschließend selbst angezeigt und sind nun freigesprochen worden. Was hat Sie damals zur Selbstanzeige motiviert?
Wie Sie selber sagen, die Frage war offen. Im Embryonenschutzgesetz steht nichts von Präimplantationsdiagnostik. Permanent gegen ein Gesetz zu verstoßen wollte ich nicht, also musste ich klären, ob ich in meiner Praxis weiterhin berechtigt die PID anbiete oder ob ich mich damit kriminell verhalten würde. Es ist leider so, dass sich diese Frage in Deutschland nur über ein gerichtliches Verfahren klären ließ.

Laut der Entscheidung des Bundesgerichtshofs in diesem Juli ist nun vorerst klar: Die PID ist in Deutschland erlaubt. Angela Merkel hat nun vehementen Einspruch erhoben und ein Verbot der PID gefordert. Können Sie das nachvollziehen?
Wie soll man den Einspruch einer Person beurteilen, die Bücher, die sie nicht gelesen hat, als „nicht hilfreich“ bezeichnet? Ich fürchte, die Kanzlerin ist weder auf dem Gebiet der PID noch der genetischen Diagnostik überhaupt eine Expertin, ihr Einspruch scheint mir daher eher ein gefühlsmäßiges Bonbon an bestimmte Gruppierungen innerhalb der eigenen Partei zu sein.

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