Unübersichtliche Religionen


Pfarrer Bernhard Wolf in seinem Dienstzimmer am Bayreuther Geschwister-Scholl-Platz. Foto: Meyer

Der evangelische Scout im religiösen Dschungel Bayerns geht am 1. Dezember in den Ruhestand: 21 Jahre beobachtete Pfarrer Bernhard Wolf (Bayreuth) im Auftrag der Landeskirche die religiöse Gegenwartskultur mit ihrer verwirrenden Vielfalt.

Sonntagsblatt Bayern

Am Ende seiner Dienstzeit kommt der gebürtige Oberfranke, der demnächst 65 Jahre alt wird, zu dem Resümee: »Das Feld neuer Religiosität hat sich enorm erweitert und ist noch unübersichtlicher geworden«.

Wolfs offizieller Titel lautet: »Beauftragter für religiöse und geistige Ströme unserer Zeit«, in Kurzform einfach »Strömungspfarrer« genannt. Die bayerische Landeskirche war Mitte der 1980er-Jahre Vorreiter in der EKD bei der Suche nach seriöser Orientierung in der wabernden religiösen Szene, die vom Okkultismus über dubiose Sekten aller Art bis zur neuen spirituellen Wellness-Bewegung reicht.

In den 90er-Jahren war Wolf, der seinen Dienstsitz seit 2001 in Bayreuth hat, viel in bayerischen Gemeinden unterwegs, um aufgebrochene Konflikte mit der evangelisch-charismatischen Bewegung zu schlichten. Außerdem galt sein Augenmerk der anschwellenden Esoterikwelle sowie problematischen religiösen Neuerscheinungen bis hin zur Scientology Church.

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3 Comments

  1. „Kirchliche Sektenberatungsstellen leisten positive Arbeit und auch praktische Hilfe.“
    Mag ja sein, dass es toll ist, wenn sie Menschen helfen, sich aus den Fängen der Zeugen Jehovas oder Scientologen zu befreien. Aber was ist mit den Klauen des eigenen Vereins? Ich sehe hier nur ein Raubtier, das versucht anderen Raubtieren ihre Beute zu klauen.

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  2. Mich wundert es überhaupt nicht, dass sich weltweit soviele Religionen und Lehren entwickeln konnten. Immer dann, wenn es den Menschen an realer, nachweisbarer Erkenntnis und bestätigtem Wissen mangelt, flüchten sie sich eben in eine spirituelle Fantasiewelt. Das wiederum spricht für den menschlichen Ideenreichtum und deren sprudelnde Fantasie. Es ist aber auch ein Hinweis auf den ausgeprägten irdischen Geschäftssinn der Religionsbegründer. Mit Religion läßt sich schließlich eine Menge Geld verdienen. Die katholische Kirche hat’s uns schließlich vorgemacht, wie’s funktioniert.

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  3. Kirchliche Sektenberatungsstellen leisten positive Arbeit und auch praktische Hilfe. Die Existenz einer solchen kirchlichen Stelle wurde aber wohl ursprünglich im Rahmen einer ‚competitor analyzis‘ eingeführt.

    Gruß

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