Die christliche Religion als Leim der Gesellschaft


Screenshot Brightsblog

Von Florian Rötzer – tp

Eine von der DFG geförderte Forschungsgruppe scheint die Religion als systemerhaltende Instanz retten zu wollen

Eine Forschungsgruppe „Religion und Gesellschaft“ will untersuchen, wie religiöse, eigentlich christliche Wertorientierungen, die durch die Sozialisation von Kindern diesen vermittelt (oder, je nach Perspektive, indoktriniert) werden, entstehen, welchen Einfluss die Eltern und der Religionsunterricht dabei haben und ob religiöse Orientierungen das Vertrauen in Institutionen und Mitmenschen stärken. Um dies zu untersuchen, werden von den Theologen und Sozialwissenschaftlern Kinder im Alter von 8 bis 9 Jahren befragt. Da beginnt nämlich der Kommunionsunterricht bei katholischen Kindern.

Von sonderlich kritischem Geist scheint die von der DFG geförderte Untersuchung nicht getragen zu sein, man gewinnt den Eindruck, dass es um eine Art Rechtfertigung für die Religion zu gehen scheint, wobei auch das Vertrauen in Institutionen einseitig positiv besetzt ist. Religion und Anerkennung von Autorität bzw. Hierarchie gegenüber Aufklärung und einem ebenso wichtigen Skeptizismus.

Das sind freilich nur Vermutungen, in denen man aber gestärkt wird, wenn nun nach dem Abschluss der ersten von vier Befragungen die Heidelberger Wissenschaftler Dieter Hermann und Angelika Treibel in einer Mitteilung der Universität Heidelberg zitiert werden, als würden sie mit einem Mund sprechen: „Vertrauen ist Teil des Sozialkapitals einer Gesellschaft und wird mit gesellschaftlicher Stabilität, politischer Partizipation und Akzeptanz demokratischer Regierungsformen in Verbindung gebracht. Somit trägt die christliche Religion zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei.“ Kritisch könnte man auch sagen, die Religion verhindert Veränderung, was man früher so ausdrückte: Religion ist das Opium für das Volk.

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4 Comments

  1. „Vertrauen ist Teil des Sozialkapitals einer Gesellschaft und wird mit gesellschaftlicher Stabilität, politischer Partizipation und Akzeptanz demokratischer Regierungsformen in Verbindung gebracht. Somit trägt die christliche Religion zum Zusammenhalt in der Gesellschaft bei.“

    aha… und wie war das noch mit religion und demokratie?

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  2. Religionen haben den philosophischen Fortschritt und die Realisierung eines an humanistischen Kriterien orientierten Fortschritts bisher verhindert. Eine auf Mythen, Legenden und unbewiesenen Thesen aufgebaute religiöse Leitkultur führt nun mal zwangsweise in eine Sackgasse und erweist sich letztlich als Feind des philosophischen Fortschritts.

    Während sich der technologische Fortschritt der Menschheit nahezu ungehindert – weil nicht durch mythische Thesen behindert – entwickeln konnte, blieb die philosophische Entwicklung im von religiöser Mystik geprägten Mittelalter gefangen.

    Der Beweis: Der Mensch hat es in wenig mehr als 100 Jahren geschafft, sich vom Fußgänger zum Flieger zu entwickeln. Ein technologischer Fortschritt, den man sehen, anfassen und für sich nutzen kann. Philosophische Weiterentwicklung hingegen ist nicht sichtbar und erfordert freies, durch keine religiöse Ideologie behindertes Denken.
    Dass diese Entwicklung bisher unterblieb und nicht statt fand, beweist die Tatsache, dass die Menschheit ihre Konflikte nach wie vor mit kriegerischen Mitteln zu lösen versucht.

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