Der Protest der evangelischen Taliban


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Als vor einigen Wochen die Internet-Plattform der SPD, „Vorwärts“, einen Post veröffentlichte, der die Bedrohung der Demokratie durch religiösen Fundamentalismus zum Inhalt hatte, war klar, dass die evangelischen Taliban wehklagen würden. Galt die Kritik doch ihnen.

Im Gegensatz zu den katholischen Fundamentalisten, zwischenzeitlich durch den Begriff „Katholiban“ hinreichend definiert, wollen die evangelikalen Fundamentalisten nicht als solche benannt werden. Fürchten sie doch, dass ihre Zurechnungsfähigkeit in Frage gestellt werden würde. Mit Recht. Während sich die Katholiban zu ihrem Fundamentalismus bekennen, erfinden die Evangelikalen diplomatische Wortverdrehungen um nicht als solche etikettiert zu werden. Die Programmatik der evangelikalen Bewegung, ihre grundlegenden religiösen Auffassungen werden wortreich und euphemistisch umschrieben. Mit Homophobie, fragwürdigen Interpretationen der Menschenrechte und Missionierung, auch unter Zwang oder gerade mit Zwang wird  eine christliche Kontamination des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland verwirklicht. Während islamistische Fundamentalisten in der Regel keinen Zugang zu den Machtzentren westlicher Politik haben, sind christliche Fundis überall dort anzutreffen, wo es um Macht geht, und um die Umsetzung politisch-religiöser Lobbyarbeit.

Vorwärts

Während Bundeskanzlerin Angela Merkel christliche Fundamentalisten im Kanzleramt empfängt und hinterher erklärt, sie nehme die Evangelikalen in Deutschland als besonders ‚intensiv evangelische Christen‘ wahr, warnt ihr Amtsvorgänger genau davor.

Das folgende Zitat von Gerhard Schröder

Religiöse Fundamentalisten, die sich für ‚erleuchtet‘ halten, sind für Argumente nicht mehr zugänglich.

stieß den evangelischen Taliban besonders sauer auf.

Derartig „wiedererweckte“ Christen sind eine Gefahr für die Demokratie. So ist es. Verdanken wir doch einem texanischen Suffkopf den Irak-Krieg, nicht vergessend, dass Frau Merkel 2003 noch die Gefährlichkeit irakischer Massenvernichtungsmittel als besonders hoch einschätzte, zu einem Zeitpunkt also, wo intellektuell normal ausgebildete Menschen schon die Lüge amerikanischer Politik erkannt hatten oder aber vermuteten.

Unter völliger Verkennung der politischen Szene in den USA dilettiert der Herr Werth dann auch noch über die Tea-Party-Bewegung. Die Ikone der Bewegung, Sarah Palin, ist Mitglied der apostolischen Reformation. Als solche wurde sie vor Gott gesalbt und als politischer Führer dieser evangelikalen Bewegung eingesetzt. So schrieb der Pastor Jan-Aage Torp voller Begeisterung, am 06.September 2008, in seinen Blog, „Sarah Palin ist eine Gebets-Kriegerin und ein Pfingstler.“ Die apostolische Reformation mit ihren Gebets-Kriegern und der spirituellen Kriegsführung produziert u.a. Stadtpläne in denen die Wohnorte von Dämonen eingezeichnet sind, als Dämonen kann man auch bekannte Atheisten bezeichnen. Die man dann, mit entsprechendem Druck entweder zum christlichen Fundamentalismus bekehrt oder aber dafür sorgt, dass sie sich ein anderes Wohnumfeld suchen. Über die völlig verblödete Christine O´Donnell erspare ich mir zu schreiben.

Die politische Elite in Deutschland hat längst jene neutralen Positionen verlassen, in weltanschaulicher Hinsicht, die für eine verlässliche, vertrauensvolle Darstellung gegenüber dem Wahlvolk notwendig wäre. Wenn nun Frau Merkel, die Herren Lammert, Bosbach, Thierse, Kauder und viele andere ihre religiösen Überzeugungen prostituieren ist dies ein wesentlicher Aspekt für Vertrauensverlust. Religiösen Eiferern, die ihre irrationalen Lebensansichten zur Maxime ihres politischen Handelns machen, kann man nicht trauen.

Wer sich mit den Machenschaften der Deutschen Evangelischen Allianz etwas näher beschäftigen will, kann dies hier tun.

5 Comments

  1. @Argus 7

    Ach, so ! Ich hab’ völlig vergessen, dass es ja – zumindest für uns Atheisten – keinen Teufel gibt.

    Wer weiß?

    Ein Atheist stirbt und findet sich in einem Gang wieder. Er sieht einen Wegweiser mit der Aufschrift „Zur Hölle“. Der Gang ist auch nur in dieser Richtung begehbar. Obwohl ihm Übles schwant und weil ihm sonst nichts besseres einfällt geht er also schweren Herzens in die vorgegebene Richtung und stößt schließlich auf eine Tür, an der ein Schild mit der Aufschrift ‚Hölle‘ befestigt ist. Der Atheist holt tief Luft, reißt die Tür auf und…….findet sich an einem feinsandigen Strand an kristallklarem Meer wieder. Angenehme 25°C, die Wellen plätschern beruhigend und etwas weiter weg sieht man Menschen beiderlei Geschlechts sich auf alle möglichen Arten vergnügen. Unmittelbar vor ihm steht allerdings ein Strandkorb, aus dem kaum übersehbar ein Paar Bocksbeine hervorlugen. Der Atheist geht zu dem hin und spricht den im Korb Sitzenden an: “
    Atheist: „Bist Du der Teufel?“
    Teufel: „Ja, und Du bist der Neue?“
    Atheist: „Anscheinend.“
    Teufel: „Na, dann mal herzlich willkommen. Mach’s Dir bequem, ich erkläre Dir dann, wie’s hier läuft. Aber zuerst tu mir bitte noch einen Gefallen: Da hinten ist eine Strandbar, bring mir bitte eine Margarita und nimm Dir selbst, was Du magst. Ist alles frei hier.“
    Der Atheist tut wie geheißen. Auf dem Rückweg zum Strandkorb fällt ihm ein großes Loch mit Sicherheitszaun drum auf. Neugierig tritt er näher und linst in das Loch hinein. Was er sieht lässt seinen Atem stocken: Lodernde Flammen; Menschen, die von furchtbar anzuschauenden Dämonen in selbige gestoßen oder auf sonst nicht beschreibbare Art gefoltert werden.
    Völlig verstört geht der Atheist zurück zum Teufel und gibt ihm seinen Cocktail. Der fängt eine zwanglose Unterhaltung mit ihm an, aber der Atheist kann ihm nicht folgen, immer wieder schweifen seine Gedanken zu dem Loch zurück. Schließlich kann er sich nicht mehr beherrschen:
    Atheist: „Teufel, ich habe dahinten ein Loch gesehen, was hat es damit auf sich?“
    Teufel: „Loch? Was für ein Loch?“
    Atheist: „Da wurden Menschen auf schlimmste Arten gequält!“
    Teufel: „Ach, DAS Loch….Mach Dir keine Gedanken, das ist für die Christen, die wollen das so haben.“

    Gruß

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  2. Möge doch das fliegende Spaghettimonster alle katholibane und evangeloide Politiker einsammeln und dem Teufel übergeben !

    Ach, so ! Ich hab‘ völlig vergessen, dass es ja – zumindest für uns Atheisten – keinen Teufel gibt. Da sieht man mal wieder, wie einem eine religiöse Gehirnwäsche in der Jugendzeit den Blick auf die Realität vernebeln kann !

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  3. Dieses religiöse getue der Spitzenpolitiker ist wohl eine Flucht aus der Realität. Die haben doch längst ihren Kompass verloren und irren planlos umher, unfähig ihre Position bestimmen zu können oder einen Weg zu finden.
    Die irrationale Religion wird so zum einzigen Thema, wo sie sich noch auskennen, ein „Gott“ soll den Weg weisen.

    Bis der Karren endgültig an die Wand gefahren ist und man die Führung wechselt.

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  4. „…“Ich verstehe nicht, wie man evangelische, meinetwegen auch ‚intensiv evangelische‘ Christen als ‚Bedrohung für die Demokratie‘ sehen kann.“ Die Evangelische Allianz sei darüber hinaus beständig im Gespräch mit allen demokratischen Parteien in Deutschland, „auch mit der SPD“.“

    Aha, jetzt werden evangelikale Fundamentalisten schon als „intensiv evangelische Christen“ beschönigt – welch´ eine Arroganz! 😡

    Und das solche religiösen „Komiker“ auch noch in der Politik unsinnigerweise mitfaseln (möchten?), ist ohnehin eine Frechheit – aber das lässt vermuten, dass die zu einer schleichenden Volksverdummung beitragenden, überheblichen und von sich selbst überzeugten Bundes-Marionetten langsam aber sicher mehr und mehr ihren Verstand verlieren – getreu dem Motto: >>Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen Schritt weiter…<<

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