Jesus als Familienfeind


Foto: Gütersloher Verlagshaus

«Vorsicht Satire!» schreibt das Gütersloher Verlagshaus gefettet extra ganz oben über die Pressemitteilung zu dem Werk. Zur Sicherheit, auf dass niemand bei der Lektüre in seinem Glauben erschüttert werde oder sich beleidigt sehe.

Von Herbert Mackertnews.de

Denn mit Ironie, vor allem wenn sie auf Religionen zielt, ist das so eine Sache. Schnell kann die beabsichtigte satirische Wirkung in ihrer Gegenteil umkippen und zum blutigen Ernst werden – wie im Fall der Mohammed-Karikaturen in der dänischen Zeitung Jyllands-Posten oder des islamkritischen niederländischen Filmemachers Theo van Gogh, der auf offener Straße erstochen wurde.

Für Zander war Jesus ein Revolutionär, einer der ersten, der sich öffentlich als «Familienfeind» outete und deshalb «seine» Religion mit lauter Junggesellen, nämlich «Jüngern und Jüngerinnen» gründete.

«Wir wissen jetzt Bescheid: Die Familie ist die Mutter aller Institutionen», schreibt Zander, «was Jesus als Erster gewagt hat, ist die Mutter aller Revolutionen: Religion als familienfreie Zone – in der Gesellschaft und im Gehirn. (…) Ein Sohn, der aus der Familie aussteigt, ist irre und gehört in psychotherapeutische Behandlung.»

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