Religion, Ethik und noch viel mehr


Karikatur: Rafael Winniger,

Katholischen Religionsunterricht, evangelischen Religionsunterricht, ab der Mittelstufe auch Ethik: Das gibt es derzeit an den staatlichen Schulen. Aber für viele Kinder und Jugendliche passt beides nicht, weil sie einer anderen Religion angehören. Da muss sich was ändern. Nur was? FLUGPLATZ hat einen Ethiklehrer, einen Religionslehrer, den stellvertretenden Vorsitzenden des Jüdischen Vereins und den Vorsitzenden des Türkischen Vereins zum Gespräch eingeladen.

Jugendredaktion – Tagblatt.de

Während andere Kinder in den christlichen Religionsunterricht gingen, hatten Ömer Öz’ Kinder eine Hohlstunde. Ersatzunterricht oder Betreuung? Fehlanzeige. Ömer Öz (47) ist Vorsitzender des Türkischen Vereins Tübingen, wo es auch einen Gebetsraum für Muslime und eine Koranschule gibt – Imame kommen meist aus der Türkei und bleiben auf Zeit. Doch der EDV-Fachmann plädiert ganz klar für muslimischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen. Seiner Meinung nach sollte es – neben Ethik – konfessionellen Unterricht für verschiedene Religionen geben. Ein Anfang ist die Einrichtung eines Islamzentrums an der Uni Tübingen, an dem Lehrer ausgebildet werden.

„Wenn man eine eigene Identität hat, akzeptiert man auch andere Religionen“, so Öz. Und man werde neugierig darauf, wie bestimmte Themen in anderen Religionen behandelt und vermittelt werden: Deswegen hält er es für unerlässlich, dass im Unterricht auch die jeweils anderen Konfessionen mitbehandelt werden. Seiner Meinung nach sollen Religionslehrer nicht nur Inhalte vermitteln, sondern auch Werte und Persönlichkeit.

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