Kristina »Palin« Schröder


Kristina Schröder entwickelt sich zur deutschen Sarah Palin. Von nichts eine Ahnung, aber über alles eine Meinung haben. Erst kürzlich hat unsere Familienministerin beiläufig Simone de Beauvoir und ihre Thesen zur sozialen Konstruktion von Geschlechterrollen als Unsinn abgefertigt, nun erklärt uns Schröder den Islam.

Von J´ACCUSEWELT Online

„Es gibt keinen Einheitsislam“, sagte sie bei der Vorstellung zweier Berichte, die eben nicht das belegen, was sie daraus lesen wollte, nämlich dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Gewaltbereitschaft junger Männer und ihrer Zugehörigkeit zum Islam gebe. „Islam ist das, was jeweils die Muslime daraus machen.“ Schröder befürwortete eine deutsche Imam-Ausbildung und islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen: „Wir wollen schließlich einen deutschen Islam.“

Ach ja? Wollen „wir“ wirklich einen „deutschen Islam“? Evangelische „Deutsche Christen“ hatten wir mal, Schwamm darüber. Julius Schoeps, dessen Vater die „Gefolgschaft deutscher Juden“ gründete, die „Trennung von deutschen und undeutschen Juden“ forderte und zum Dank dafür aus Deutschland gejagt wurde, stellt unmissverständlich fest: „Ein deutsches Judentum gibt es nicht mehr.“ Würde es sich der Vatikan gefallen lassen, wenn eine deutsche Politikerin einen „deutschen Katholizismus“ forderte? Wohl kaum.

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8 Comments

  1. Die Sache mit dem staatlichen Religionsunterricht ist durchaus eine zweischneidige Sache, insofern hat Schröder recht. Allerdings nicht nur für den Islam sondern auch für die Christen.
    Es gibt natürlich den „Einheitsislam“ so wenig wie das Einheitschristentum oder Einheitsjudentum.

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  2. Christoph Spielberger

    „Wir haben ein Imamproblem, nicht ein Islamproblem“. So der Kriminologe Prof. Dr. Christian Pfeiffer am 30.11. bei Maischberger in der ARD. Die Erbärmlichkeit der deutschen Islamdebatte lässt sich in diesem Satz sehr schön zusammenfassen. Und nebenbei auch die Korrumpiertheit eines Teiles der deutschen Wissenschaft, die sich unter der Überschrift des kultursensiblen Umganges an die Politik verkauft hat.

    Nein, es hat nichts mit dem Islam zu tun, wenn seine religiösen Führer sich nicht so verhalten, wie die deutsche Politik es wünscht. Die deutsche Politik weiß besser, was Islam ist, und was nicht. Was diese Imame da machen, ist nicht Islam, sondern Gastarbeiterislam, denn es sind, so Pfeiffer, „Gastarbeiterimame“, die da falsch predigen. Deren Verhalten, „die mit der deutschen Kultur nicht verbunden sind, kein Deutsch sprechen, autoritär sind, ziemlich machohaft auftreten, und das auch predigen, sich von den Deutschen fernzuhalten und im Herzen Türken zu bleiben.“, beschreibt Herr Pfeiffer ganz ungeschminkt. Der Pfeiffersche Gastarbeiterislam darf, in Pfeifferscher Logik, wieder nichts mit dem Islam zu tun haben, denn es geht um die kausale Trennung der Begriffsfelder „Islam“ und „Problem“. Dazu muss er leugnen, dass je islamischer ein Land ist, desto mehr es mit dem Islam zu tun hat. Und die türkischen Imame irgendwie islamischer sind als die Pfeiffer- deutschen Wunschimame. So viel Leugnung erzeugt Unbehagen: es ist sehenswert, wie seine expressionistische Körpersprache die inneren Nöte seiner Argumente beschreibt, und wie sein Sprachduktus dabei demjenigen von Pastor Fliege immer ähnlicher wird.

    Die letzte Verteidigungslinie der politischen Korrektheit im Kampf um die Herzen der Muslime lautet: Eure Probleme haben nichts mit dem Islam zu tun. Und selbst wenn ein Wissenschaftler wie Pfeiffer gerade in einer groß angelegten Studie herausgefunden hat, dass es einen Zusammenhang zwischen islamischer Gläubigkeit und Gewaltbereitschaft gibt, muss er sich bis zur Lächerlichkeit verbiegen, um ebendies abzustreiten. Opfer dieser Rabulistik ist die Diskussion und alle davon Betroffenen, denn solange solche Experten reden, kann das Problem nicht gelöst werden, weil nicht mal die Beschreibung stimmt.

    Nachdem der deutsche Fernsehzuschauer immer und immer wieder gesagt bekommt, das Kopftuch habe nichts mit dem Islam zu tun – die Frauen tun das freiwillig, Zwangsheiraten haben nichts mit dem Islam zu tun – woanders gibt es das auch, Ehrenmorde haben nichts mit dem Islam zu tun – alte patriarchalische Strukturen wie auch in Südeuropa, Terrorismus habe nichts mit dem Islam zu tun – nur ein paar Extremisten haben diese friedliche Religion gekidnappt, die Demokratiefeindlichkeit der islamischen Länder habe nichts mit dem Islam zu tun – das sind die Folgen der europäischen Kolonialpolitik, die Abwesenheit von Menschenrechten in islamischen Ländern habe nichts mit dem Islam zu tun – wir sollten unsere Maßstäbe andern Ländern nicht aufzwingen, nach alledem also ist Professor Pfeiffer auf der Leugnungsspirale noch ein Stück weiter herabgerutscht: Imame haben nichts mit dem Islam zu tun. Jetzt warten die deutschen Fernsehzuschauer nur noch auf die Ankunft des letztendlichen Islamverstehers, der sagt: der Islam hat nichts mit dem Islam zu tun.

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  3. „…Schröder befürwortete eine deutsche Imam-Ausbildung und islamischem Religionsunterricht an deutschen Schulen: „Wir wollen schließlich einen deutschen Islam.“ „

    Wie bitte? Und was heißt hier denn „wir wollen“? Unverschämtheit – die Dame hat wohl zu heiß gebadet.

    Hierzulande laufen und predigen doch schon genügend christliche Religioten herum. Zusätzliche islamische Religioten bedarf es wirklich nicht. Es reicht! 😡

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  4. Beauvoir ist ja nun in der Tat nicht gerade Stand der Biologie. Da ist Schröder wesentlich weiter und man sollte ihr dankbar sein, dass sie diesen Thesen nicht folgt.

    Ganz zu schweigen von Butler und der QueerTheorie. Das sexuelles Verlangen nicht beliebig ist sollte jedem, der sich etwas mit Evolution beschäftigt hat einleuchten. Zumal der Mensch deutliche Anzeichen sexueller Selektion zeigt, die nur bei vererbbaren Attraktivitätsmerkmalen funktionieren kann.

    Wenn Ortgies in der neuen Debatte mit Schröder sagt „Alle seriösen Studien belegen, dass es keine hirnphysiologischen Unterschiede gibt.“ dann lügt sie schlicht. Im Gegenteil es gibt massig Forschung, die von solche Unterschieden ausgeht und es ist eher die unseriöse Forschung, die sie leugnet. Da würden mir zumindest Simon Baron-Cohen einfallen, aber es gibt diverse andere Forscher.

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  5. Diese Diskreditierung stammt von Alan Posener einem schon im Mainstream bekannt gewordenen Linksextremist, der durch sein stereotypisches Verhalten es dem rechten Lager einfach macht Feindbilder zu stilisieren und vernünftiger linker und liberalen Politik immer stärkeren Imageschaden zufügt.

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  6. Die gewählten Politikerinnen und Politiker sind der Spiegel der Intelligenz ihrer Wähler.

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  7. Na, so ganz ist die Kritik an der Ministerin nicht gerechtfertigt.

    Die Ausage der S.d.Beauv.

    ..“als Frau wird mann/frau nicht geboren,sondern dazu gemacht“ und es gäbe nichts Weibliches “

    ist in der Allgemeingültigkeit beanspruchenden Form des Existentialismus purer Blödsinn, wenn auch die Kritik der gesellschaftlichen Machtverhältnisse gerechtfertigt war.

    Ich denke, die Ministerin weiß das genau, ihr Verlangen eines europäischen Islam- der ebenfalls Blödsinn ist–, ist ihrem politischen Machtstreben zuzurechnen.
    Ich habe dazu viel geschrieben, zur Erläuterung noch mal eine Verweis auf meine Grundlagenschrift.

    lulu.com/product/ebook/geschlechterrassismusfeindschaft-bis-zum-endsieg-der-weiblichen-dominanz-oderwas-frau-ist-was-mann-ist-was-macht-ist/12207901?productTrackingContext=browse_page/new_on_lulu/center_middle/3

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