Streit um die Wahrheit


Gibt es Gott und wenn ja, warum hat er die Welt erschaffen? Fragen über Fragen. Im Bild die Erde vor der Mondoberfläche, aufgenommen kurz vor Weihnachten 1972. Foto: dpa

Dieses Buch könnte Zündstoff auf dem Gabentisch werden: Der evangelische Theologe Heinzpeter Hempelmann entdeckt erstaunliche Parallelen zwischen den „neuen Atheisten“ und der christlichen Botschaft. Und wünscht sich die Kirchenkritiker noch kritischer.

Von Markus Mocklerevangelisch.de

Sie sind Bestsellerautoren mit starker Medienpräsenz: Die „neuen Atheisten“ Richard Dawkins („Der Gotteswahn“), Christopher Hitchens („Der Herr ist kein Hirte“) und Sam Harris („Das Ende des Glaubens“) fordern den Abschied von der Religion. Gott gibt es nicht, so ihre These. Falls es ihn doch gibt, ist er völlig bedeutungslos – die Beschäftigung mit ihm lohne sich nicht. Hempelmann, der als theologischer Referent im Zentrum für Mission in der Region der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Stuttgart arbeitet, hat dieser Bewegung nun eine eigene Studie gewidmet.

Der atheistischen Kritik, dass Religion immer wieder als Machtinstrument genutzt und für menschliche Ziele und Zwecke instrumentalisiert wird, schließt sich Hempelmann an. Er erinnert an den fürchterlichen Dreißigjährigen Krieg (1618-1648), bei dem sich die Konfessionen bis aufs Blut bekämpften und der ein Drittel der deutschen Bevölkerung infolge von Schlachten, Hunger und Pest das Leben kostete. Auch die aktuell aufgedeckten Fälle sexuellen Missbrauchs, bei denen kirchliche Amtsträger ihre Machtposition ausgenutzt haben, zählt er dazu.

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1 Comment

  1. „…Gleichzeitig bezweifelt Hempelmann, dass die Religion die Ursache dieser Verirrungen ist. Das tiefste Problem bestehe nicht darin, dass es Religion gebe, sondern dass es den Machtmenschen gebe, der sich ständig religiös verhält.“

    Das ist Unsinn. „Macht“ gegenüber anderen Individuen auszuüben, ist meiner Auffassung nach evolutionär bedingt als eine Art Ausdrucksgebährde betreffend das „Recht des Stärkeren“. Dagegen ist religiöse Machtausübung eher eine Geißel der früheren als auch heutigen Zeit.

    Die Religionen selbst sind und bleiben die absolute „Verirrung“ der Menschheit. Der Glaube an irgendwelche Götter oder höhere Mächte sind von ihrem Beginn an alleinige Hirngespinste der Spezies Mensch. Diese vollkommen irrationale Verhaltensweise jener Menschen – egal ob in früheren Zeiten oder heute – beruht doch nur darauf, dass für sie anscheinend nicht auf Anhieb nachvollziehbare Vorgänge auf dem Planeten Erde nur damit erklärbar sind, dass dafür irgendwelche „höhere Mächte oder Wesen“ verantwortlich sein müssen. Das sind seit je her absurde Spinnereien in den Köpfen derer, die sich auch noch anmaßend einbilden, die angebliche Krönung der Natur zu sein.

    Deshalb muss in diesem Zusammenhang auch die Frage an die ganzen religiösen Glaubensfanatiker gestellt werden, warum es auf diesem Planeten eigentlich kein anderes Tier außer dem Menschen gibt, welches einen solchen „Affenzirkus“ für irgendwelche nichtexistenten Gottheiten veranstaltet? …es soll mir jetzt ja keiner kommen und behaupten, stumpfsinnige Religiösität und Glaubenswahn hätten etwas mit geistiger Leistungsfähigkeit zu tun oder wären gar davon abhängig.

    Es ist für mich jedenfalls nicht nachvollziehbar, warum und weshalb es immer (mehr) Leute gibt, die ihren Glauben an den totalen Unfug der Realität vorziehen?

    Ich schätze, die glaubensverbohrten Religioten auf diesem Planeten werden dies wohl nie begreifen.

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