Deutschland ist Schlusslicht


Religionssoziologe Prof. Dr. Detlef Pollack, Universität Münster

Deutsche denken weit kritischer über den Islam als andere Europäer. Das ist das Ergebnis einer Studie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, die heute in Berlin vorgestellt wird.

MIGAZIN

Der Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat im Sommer vor der Sarrazin-Debatte eine der bislang größten Umfragen zur religiösen Vielfalt in Europa durchgeführt. Die repräsentative Studie unter Leitung des Religionssoziologen Prof. Dr. Detlef Pollack zeigt, wie die Bevölkerung in fünf europäischen Ländern auf die wachsende Zahl fremder Religionen in ihrer Umgebung reagiert, was sie vom Islam hält und welche Regeln sie sich angesichts der wachsenden Vielfalt wünscht. Die Ergebnisse präsentieren die Wissenschaftler heute in Berlin.

Deutschland Schlusslicht
Einem Vorabbericht der Wochenzeitung Zeit zufolge denken Deutsche weit kritischer über den Islam als Franzosen oder Niederländer. Weniger als fünf Prozent der Deutschen halten den Islam für tolerant. Bei den Dänen, Franzosen und Niederländern beträgt die Quote mehr als 20 Prozent.

Außerdem sehen die meisten Deutschen kaum positive Seiten des Islam. Den Bau von Moscheen befürworten im Westen weniger als 30, im Osten weniger als 20 Prozent. Die Zustimmung zu Minaretten oder zur Einführung muslimischer Feiertage ist noch geringer. Die größte Zustimmung für den Bau von Moschee gibt es in Portugal (fast 75 Prozent) gefolgt von Frankreich und den Niederlanden mit etwa 30 Prozent und Dänemark (50 Prozent).

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