Das materialistische Menschenbild und tiefe Wunden


Benedikt XVI. an den neuen Botschafter Ungarns: Gesetzesinitiativen, die alternative Partnerschafts- und Familienmodelle aufwerten, tragen zur Relativierung der Gesetzgebung und des Wertbewusstseins in der Gesellschaft bei.

KATH.NET

Am heutigen Vormittag empfing Papst Benedikt XVI. den neuen Botschafter der Republik Ungarn beim Heiligen Stuhl, Gábor Győriványi, in Audienz. In seiner auf Deutsch gehalten Ansprache erinnerte der Papst an die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen dem Heiligen Stuhl und der Republik Ungarn im Jahre 1990 und sprach die Hoffnung aus, „dass die tiefen Wunden jenes materialistischen Menschenbildes, das fast 45 Jahre lang sich der Herzen und der Gemeinschaft der Bürgerinnen und Bürger Ihres Landes bemächtigte, in einem Klima des Friedens, der Freiheit und der Achtung der Menschenwürde weiter heilen mögen“.

Benedikt XVI. betonte, dass der katholische Glaube zu den Grundpfeilern der Geschichte Ungarns gehöre. Politik und Christentum würden sich berühren: „Der Glaube hat gewiss sein eigenes Wesen als Begegnung mit dem lebendigen Gott, die uns neue Horizonte weit über den eigenen Bereich der Vernunft hinaus öffnet. Aber er ist zugleich eine reinigende Kraft für die Vernunft selbst dadurch, dass er der Vernunft ermöglicht, ihr eigenes Werk besser zu tun und das ihr Eigene besser zu sehen. Es geht nicht darum, Gebote und Verhaltensweisen denen aufzudrängen, die den Glauben nicht teilen. Es geht schlicht um die Reinigung der Vernunft, die dazu helfen soll, dass das, was gut und recht ist, jetzt und hier erkannt wird und dann auch ausgeführt werden kann“.

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4 Comments

  1. die uns neue Horizonte weit über den […] Bereich der Vernunft hinaus öffnet

    Klasse. Schöner hätt‘ ich’s auch nicht formulieren können. Und dieser Depp meint auch noch, das sei eine Art Tugend. Kicher

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  2. Nun ja, die Ungaren sind sehr gut im heucheln, wenn’s sein muss (Kommunisten, davor Horthys Rechtskurs 1920-1945, davor die allerkatholischste Österreich-Ungarische Monarchie, davor 150 Jahre Türkenherrschaft…). So ca. 10% leben nach den Vorschriften einer Glaubensgemeinschaft. (Genauere Zahlen auf meinem Blog /in Englisch/, auf der Seite Facts and Figures.)

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  3. Mal schauen wie lang diese christliche „Verfassung“ Ungarn’s hält.
    Trockenes Brot ist zwar nicht so hart wie gar kein Brot aber doch viel schlechter als „Gulaschkommunismus“.

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