Missbrauchsbericht der Kirche


Generalvikar Prälat Peter Beer (l-r), die Rechtsanwältin und Gutachterin Marion Westpfahl und der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx bei der Pressekonferenz in München. dpa

In schonungsloser Offenheit wurde am Freitag der Bericht über die Missbrauchsfälle der katholischen Kirche in Bayern vorgestellt. Die Ergebnisse des Gutachtens:

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Im Erzbistum München und Freising sind dem Gutachten zufolge in den Jahren 1945 bis 2009 mindestens 159 Priester wegen sexuellen oder anderen körperlichen Misshandlungen auffällig geworden. Die tatsächliche Zahl sei aber wahrscheinlich „wesentlich höher“, sagte Rechtsanwältin Marion Westpfahl am Freitag in München. Ihre Kanzlei hat das Gutachten auf Basis von Akten des Erzbistums und in dessen Auftrag erstellt.

In nur 26 der Fälle wurden Priester wegen Sexualdelikten verurteilt. Das Gutachten kommt aber zu dem Schluss, dass mindestens 17 weiteren Priestern Sexualdelikte nachgewiesen werden können. Darüber hinaus wurden zwei Priester wegen sonstiger körperlicher Misshandlungen verurteilt. In 36 weiteren Fällen sehen die Gutachter aber körperliche Misshandlungen als erwiesen an. Bei sechs Verurteilungen konnte der Grund nicht festgestellt werden.

Inwieweit der heutige Papst in seiner Zeit als Münchner Erzbischof Joseph Ratzinger mit entsprechenden Fällen befasst war, ist nicht letztlich geklärt. In einem Fall ist laut Westpfahl eine persönliche Befassung Ratzingers mit einem Missbrauchsfall aus den Akten ersichtlich. Der Betroffene habe damals wegen sexueller Übergriffe in einer Pfarrei südlich von München nicht weiter als Pfarrer arbeiten dürfen. Ratzinger hatte ihm auf dessen Klagen hin in einem mehrseitigen Brief die Gründe für das Vorgehen dargelegt, sagte Westpfahl.

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1 Comment

  1. Welcher unabhängige Rechtsanwalt untersucht eigentlich die Missbrauchsfälle der Odenwaldschule?

    Warum zeigt eigentlich Niemand Cohn-Bendit an, der in öffentlichen Stellungnahmen von seinen Missbräuchen anvertrauter Kinder protzt und sie schönredet mit Faseleien von selbstbestimmter Sexualität Dreijähriger?

    Wo entschuldigen sich eigentlich die Grünen, die 1985 einen Gesetzesentwurf einbrachten, in dem sie fordern, Sex Erwachsener mit Minderjährigen zu „entkriminalisieren“?

    Wo bleibt der öffentliche Aufschrei angesichts der 16.382 Missbrauchsfälle, die in diesem Jahr der Staatsanwalt in Deutschland angezeigt wurden?

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