Der Islam ist eine deutsche Religion


Tariq Ramadan, wikipedia

Tariq Ramadan über die Kunst, zugleich Muslim und Europäer zu sein

Von Jörg LauZEIT ONLINE

DIE ZEIT: Professor Ramadan, in Europa macht sich eine Stimmung gegen den Islam breit. Minarette, Burkas und Kopftücher werden verboten. Deutschland debattiert über integrationsunwillige Muslime. Warum diese Zuspitzung?

Tariq Ramadan: Unsere westlichen Gesellschaften sind verunsichert durch die Globalisierung. Auch die Einwanderungsströme gehören dazu. Aber entscheidend ist das Sichtbarwerden des Fremden. Darum erregen sich die Leute über Moscheebauten, Minarette, Kopftücher, andere Hautfarben, Sprachen und Gerüche in ihren Vierteln. Wenn gegen die angebliche Islamisierung der Städte protestiert wird, geht es um die Sichtbarkeit einer fremden Religion, die dazugehören will. Das ist neu. Solange das Fremde nicht dazugehört, kann man leichter damit leben.

ZEIT: Seit Jahren leben wir mit der Terrordrohung im Namen des Islams.

Ramadan: Gewalt im Namen der Religion vergiftet die Debatte. Wir Muslime können die Augen nicht davor verschließen, dass dies die Wahrnehmung des Islams beeinflusst. Doch handelt die Islam-Debatte von unserer europäischen Identität. Sie ist hochpolitisch: Auf dem ganzen Kontinent bilden sich Parteien, deren Wahlerfolg davon abhängt, Misstrauen zu schüren. Sie füttern das Gefühl der Verunsicherung, man könne nicht mehr Deutscher oder Niederländer sein wegen dieser Einwanderer.

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5 Comments

  1. Herrn Tariq Ramadan würde ich vielleicht mit dem führenden Befreiungstheologen Leonardo Boff vergleichen. Letztere haben es auch gut gemeint aber als der Erfolg „zu groß“ und eine Gefahr für die Herrschenden wurde, setzte der Papst die Führenden Leute ab oder sie wurden von den Kanzeln geschossen. Zusätzlich schleuste der CIA Sekten ein.
    Die Probleme vom „Islamischem Sozialismus“ her erklären und lösen zu wollen, ist gleich zum scheitern verurteilt wie Boff’s „Christlicher Sozialismus“.
    Alles schon gut gemeint aber man kann mit einem Traktor auch kein Formel 1 Rennen gewinnen und es ist töricht mit dem Traktor statt mit dem bereitstehenden Ferarie ins Rennen zu gehen.
    Also weg mit dem religiösen Ballast und materialistisch an die Dinge herangehen.

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  2. @Der Islam ist eine deutsche Religion.

    Ja.ja und Mohammed war wahrscheinlich ein bayrischer Bergführer ?
    Rama dama (ganz gründlich das Gehirn auf), Herr Prof. Ramadan.

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  3. Nein, der Islam ist genau so wenig eine „deutsche“ Religion, wie das Christentum, Judentum, Hinduismus usw. usw..

    In Deutschland und auch anderswo nehmen die jeweiligen Religionen – u.a. abhängig von der jeweiligen Anzahl der entsprechenden Glaubensanhängern – mal stärker oder weniger Einfluss auf die Gesellschaft. Und solange, wie verschiedene religiöse Überzeugungen und Weltanschauungen – natürlich auch bedingt durch ihre Gier nach Macht und Mammon – aufeinanderprallen, wird es letztendlich auf diesem Planeten keine Ruhe geben.

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  4. Der Islam ist eine…. Religion.

    Erinnern wir uns. Religionen haben folgende Funktionen:

    – innenpolitisch auf Linie bringen
    – außenpolitisch abgrenzen
    – machterwerb, machtausbreitung, machtausübung.

    Paßt perfekt in die Suchtkultur. Innerhalb des Suchtsystems ist das alles verständlich.

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