Evangelikale als Staatsfeinde


Eritrea, wikipedia

Der formell christliche Präsident fürchtet einen Umsturz und lässt Christen verfolgen, deren Gemeinschaften staatlich nicht anerkannt sind

KATH.NET

Im nordostafrikanischen Eritrea werden viele meist evangelikale Christen als Staatsfeinde verfolgt, deren kirchliche Gemeinschaften staatlich nicht anerkannt sind. Rund 2.200 dieser Christen sind in Polizeistationen, Militärlagern oder Frachtcontainern unter teilweise unmenschlichen Bedingungen eingesperrt und sind auch Folter ausgesetzt. Mindestens 14 Christen seien in der Haft gestorben, berichtet das Hilfswerk Open Doors. Über die Hintergründe informiert ein Forschungsbericht, der von der Kommission für Religionsfreiheit der Weltweiten Evangelischen Allianz unterstützt wird.

Schlüsselfigur sei Staatspräsident Issayas Afewerki, der formell der Eritreischen Orthodoxen Kirche angehört. Im Jahr 2002 erklärte Afewerki alle Angehörigen nicht offiziell erlaubter Kirchen – darunter 35 evangelikale – zu Staatsfeinden. Anerkannt sind die orthodoxe und die katholische Kirche sowie die Lutheraner und der sunnitische Islam. Von den rund fünf Millionen Einwohnern Eritreas sind 44 Prozent Christen und 47 Prozent Muslime; der Rest gehört Naturreligionen an.

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