Katholiken können nicht rechnen


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Warum trifft es Irland, Griechenland, Portugal, Spanien? Wer die Krise verstehen will, muss den Soziologen Max Weber lesen.

Von Berthold SeewaldWELT ONLINE

Island, Griechenland, Irland, Portugal, Spanien … am Horizont wird schon Italien genannt. Und schließlich – die große Angst – Frankreich. Warum sind es ausgerechnet diese Länder, die in der Finanzkrise kollabieren oder als nächste Kandidaten gehandelt werden?

In welche Richtung die Spurensuche geht, zeigen schon die Namen am Ende der Liste. Die großen Mittelmeeranrainer tauchen wie selbstverständlich als apokalyptische Reiter am Horizont auf, während krisengeschüttelte Gesellschaften wie die Großbritanniens unerwähnt bleiben. Gerade hierzulande dürften nicht nur reale Zahlen, sondern auch tief eingefahrene Urteile und Diskurse an dieser Liste des Schreckens mitweben, eben weil sie die Zahlen zu bestätigen scheinen. Im Grunde reicht ein Name als Erklärung: Max Weber (1864-1920). Der große Soziologe, der ja eigentlich ein Universalhistoriker war, kreist in seinen „Gesammelten Aufsätzen zur Religionssoziologie“ immer wieder um die Frage, warum ausgerechnet auf „dem Boden des Okzidents, und nur hier, Kulturerscheinungen auftraten, welche doch … in einer Entwicklungsrichtung von universeller Bedeutung und Gültigkeit lagen“.

Nach einer Aufzählung über die Wissenschaft, die Kunst, das Fachmenschentum (zu dem Weber übrigens auch den Fachbeamten zählt) und den „Staat“ mit „rational gesatzter ,Verfassung‘“ kommt er schließlich zur „schicksalsvollsten Macht unseres modernen Lebens: dem Kapitalismus“. Darunter allerdings versteht Weber in Abgrenzung zu allen übrigen Formen von gewinnorientierter Wirtschaft die „Entstehung des bürgerlichen Betriebskapitalismus mit seiner rationalen Organisation der freien Arbeit.“ Die aber findet er im Norden und in der Mitte Europas, in Gesellschaften also, in denen die Frucht der großen Reformatoren, allen voran Calvins, aufging und in denen puritanisches Arbeitsethos zur prägenden sozialen Leitidee wurde.

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1 Comment

  1. Das dem Christentum verplichtede „Welt Online“ ist sehr oberflächlich und will blos die Religion zum Thema machen.

    Max Weber hatte schon bemerkenswerte Ansätze doch hat die Welt Redaktion davon überhaupt nichts verstanden.
    Max Weber versuchte den Einfluss bestimmter Religionen zu analysieren, die (hinter)Weltler wollen mit Weber erklären warum bestimmte Staaten von Menschen anderer Staaten so und nicht anders eingeschätzt werden.

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