Rechtslaizistische Blutgrätsche


Screenshot Brightsblog

Der Bloc identitaire, angebliche „laizistische Republikaner“ und diverse Sumpfvögel wollen am 18. Dezember 10 in Paris eine veritable Querfront-Veranstaltung mit internationalem Anspruch abziehen. Darunter finden sich aktivistische Rechtsextreme; ein durch antisemitische Auslassungen aufgefallener französischer Schriftsteller; ein führender Schweizer Rechtspopulist – Initiator der beiden Volksabstimmungen von November 2009 gegen Minarette und November 2010 gegen „kriminelle Ausländer“ – und ein militant homophober Abgeordneter aus Nordfrankreich.

Von Bernhard Schmidhagalil.com

Der ,Bloc identiaire’ ist eine aktivistische, ferner auch gewaltbereite Vereinigung der extremen Rechten in Frankreich. Auf einem seiner Plakate – das am 13. Oktober 2010 in Paris verklebte wurde – forderte der „Block“ etwa, „jeder Weiße unter 30“ müsse lernen, sich (bewaffnet) „verteidigen zu können“, damit er „nicht zur Beute“ werde. Er blieb bislang außerparlamentarisch und war auch strategisch weniger auf Wahl- und Parlamentsbeteiligung fixiert als etwa die Wahlpartei Front National; doch hat er sich im Oktober 2009 offiziell in eine politische Partei umgewandelt.

Innerhalb der „bewegungsorientierten“ extremen Rechten ist er jedoch seit einigen Monaten gewissen Anfeindungen ausgesetzt. Vor allem aus den offen antisemitischen Flügeln & Fraktionen der französischen extremen Rechten hallt es ihm „Verräter, Verräter!“ entgegen, seitdem der „Block“ im Jahr 2009 offiziell dem Antisemitismus abschwor. Seine Vorläuferorganisation, die im August 2002 verbotene Gruppierung Unité Radicale, als deren Ersatz der „Block“ offiziell am o6. April 2003 in Nizza gegründet wurde, war strikt antisemitisch ausgerichtet gewesen. – Der fanatisch antisemitische Chefredakteur der rechtsextremen Hardliner-Wochenzeitung ‚Rivarol’, Jérôme Bourbon, hat etwa in der Ausgabe vom 30. September 2009 einen denunziatorischen Artikel unter der Überschrift „Die ,kulturelle Revolution’ des Bloc identiraire“ verfasst. Darin werden dessen offizielle Distanzierungen vom Antisemitismus aufgelistet, um ihm einen Ausverkauf an „das System“ fortzuwerfen. Der Artikel des geifernden Ideologen endet mit folgenden Ausführungen: „Im Allgemeinen enden all jene aus unserem Umfeld, die im Namen einer angeblich gewinnträchtigen Strategie vor der Lobby auf die Knie fallen (…) dabei, dass sie früher oder später komplett zum System überlaufen, ohne dessen desaströse Strategie auch nur ein Stück weit umzubiegen.“

weiterlesen