Traditionalistische Küsse


Reine Männerwelt: Die von Marcel Lefebvre gegründete Piusbruderschaft zelebriert in ihrer Walliser Hochburg Ecône die Priesterweihe. Bild: Keystone

Der deutsche Theologe David Berger beschreibt die lateinische Messe als homosexuelle Subkultur. Sein Buch, «Der heilige Schein», trifft den Nerv der Kleriker-Kirche und des Ratzinger-Pontifikats.

Von Michael MeierTages Anzeiger

Die konservative Wende unter Papst Benedikt XVI. zeigt sich besonders deutlich in der Rückkehr zur alten Liturgie und in einer verschärften Homophobie. Was das eine mit anderem zu tun hat, erklärt der deutsche Theologe David Berger in seinem Buch: «Der heilige Schein» dürfte die Kirchenoberen mehr beunruhigen, als sie je zugeben werden.

Bis vor kurzem war David Berger der junge Vorzeige-Theologe im Traditionalisten-Milieu: Herausgeber und Chefredakteur von «Theologisches», der wichtigsten konservativen theologischen Zeitschrift Deutschlands, Professor an der Päpstlichen Akademie des Heiligen Thomas von Aquin, Lektor der Glaubenskongregation und Mitglied des Ritterordens Jasna Gora. Der Theologe mit Jahrgang 1968 hatte Zugang zu den ultrakonservativen Netzwerken der Piusbrüder, der Legionäre Christi oder des Opus Dei. Seine Blitzkarriere in der römischen Männerkirche verdankt er seiner Intelligenz. Und seiner sportlichen Jugendlichkeit.

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