WikiLeaks und Climategate


Das Hubert Lamb Building an der University of East Anglia, in dem die Climatic Research Unit ihren Sitz hat. (wikipedia)

Es muss Kopfschmerzen bereiten, Informationen aus allen durch Wikileaks veröffentlichten Depeschen auszuwerten. Trotzdem, einige der Depeschen geben wieder, was hinter den Kulissen der Klimakonferenz in Kopenhagen im vergangenen Jahr passierte.

Jetzt haben wir einen Hinweis auf die Kräfte hinter „Climategate“, den Diebstahl und die Veröffentlichung von privaten E-Mails durch die Climatic Research Unit an der Universität von East Anglia.

Die französische Zeitung „Le Monde“ hat sich eingehend mit Wikileaks-Enthüllungen beschäftigt. Ein Artikel mit dem Titel „Pirates informatiques contre climatologues“ (Computerpiraten gegen Klimatologen), offenbart Befürchtungen ein paar amerikanischer Diplomaten, dass Cyber-Attacken auf Klimaforscher im Vorfeld der Tagung 2009 in Kopenhagen zunehmen könnten. Eine E-Mail zeigt einen erfolglosen Angriff auf das Bureau of Oceans, Environment and Science (OES) des US-Aussenministeriums, der sehr wenig Berichterstattung in der Presse erhalten hat.

Laut „Le Monde“, gab es wenig Diskussion über „Climategate“ in diplomatischen Dokumenten, aber eine Depesche vom 19. Juni 2009 veröffentlicht durch Wikileaks enthüll, diskutiert einen fehlgeschlagenen Angriff auf eine Behörde der US-Regierung. Im Sommer des Jahres 2009 erhielten fünf OES Mitarbeiter eine E-Mail mit dem Titel „China und Klimawandel“, aussehend als wenn sie ein Wirtschaftsjournalist des National Journal geschrieben hätte. Der Inhalt der Nachricht wurde auch speziell für die Empfänger geschrieben, unter Bezugnahme ihre beruflichen Positionen. Angehängt an die E-Mail war ein PDF-Dokument das Malware enthielt, um heimliche Kontrolle der Zielcomputer zu übernehmen. Mindestens einer der Mitarbeiter hat den Anhang geöffnet. Glücklicherweise erkannte die Sicherheitssoftware des US-Aussenministeriums die Malware und verhinderte den Angriff.

Die Behörde, die angegriffen wurde war die „Division of Ocean Affairs“ des Büros des Sonderbeauftragten für den Klimawandel, innerhalb des US-Aussenministeriums.

Für eine der Depeschen siehe US embassy cables: US climate change negotiators targeted by cyberattack.

Also fast 6 Monate vor dem eigentlichen Diebstahl von E-Mails waren Diplomaten sich bewusst, dass etwas nicht stimmte. Und ein Cyberangriff wurde erkannt und vereitelt. Ich denke, es war zu erwarten, dass ähnliche Angriffe gegen Wissenschaftler und die an der Erforschung des Klimawandels beteiligten wissenschaftlichen Einrichtungen, stattfinden würden.

Siehe auch: https://brightsblog.wordpress.com/2010/12/06/biodiversitygate/