Glaubenskrieg in der Kinderkrippe


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Fatima Atif ist endgültig entlassen. Ohne Entschädigung, ohne Schadensersatz. Diese Entscheidung der französischen Arbeitsrichter berührt nicht nur die Betroffene selbst, die gegen ihre Kündigung als Erzieherin in einer Kinderkrippe geklagt hatte. Obwohl deren interne Regeln religiöse Neutralität vorschreiben, hatte sich die gläubige Muslimin geweigert, ihren Ganzkörperschleier vor den Kindern abzulegen. Doch das Gericht gab der Krippe Recht: Es handelte sich nicht um Diskriminierung, sondern um Gehorsamsverweigerung Atifs.

Von Birgit HolzerMannheimer Morgen

Wo endet Toleranz?

Das Urteil bewegt die französische Öffentlichkeit, auch weit über die nordwestlich von Paris gelegene Gemeinde Chanteloup-les-Vignes hinaus, wo die Krippe „Baby Loup“ steht. Einmal mehr hat sich an einem muslimischen Frauenschleier eine Debatte entzündet, die zwei Grundrechte einander gegenüberstellt: Religionsfreiheit gegen das Prinzip des Laizismus, der in Frankreich geltenden Trennung von Staat und Religion. Wo beginnt Diskriminierung, wo endet Toleranz?

Am Tag des Gerichtsurteils erhielt eine andere Muslimin Recht, die sich gegen ein Bußgeld von 22 Euro wegen Autofahrens mit Vollschleier gewehrt hatte. Inzwischen hat das Parlament ein Gesetz beschlossen, das das Tragen von Burkas und Niqabs in der Öffentlichkeit verbietet. Eine verhüllte Frau wird in Frankreich schnell zum Politikum.

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2 Comments

  1. Ich hatte als Kind immer Angst vor Clowns und Weihnachtsmännern. Keine Ahnung, wie ich auf Burkaträger reagiert hätte.

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