Sterzinsky: Kein Vertrauen in Gott


In der katholischen Kirche mehren sich die Bedenken, der Papst könnte bei seinem Besuch in Berlin nicht genügend Zuschauer anlocken. Deswegen soll es lieber keine große öffentliche Messe geben.

Von Sabine Beikler, Claudia KellerDer Tagesspiegel

Die Organisatoren befürchten auch, mit einer öffentlichen Messe Papstgegnern ein großes Forum zu geben und das Kirchenoberhaupt womöglich nicht vor unangenehmen Situationen schützen zu können. Kardinal Georg Sterzinsky bevorzuge einen Gottesdienst in der Gedenkkirche Regina Martyrum neben der Gedenkstätte Plötzensee, hieß es. Dort werden die Opfer des Nazi-Regimes geehrt, unter anderem die Widerstandskämpfer des 20. Juli 1944. In der Kirche könnten nur ein paar hundert Gäste mitfeiern.

Der Papst wird als Staatsgast am 22. und 23. September in der Hauptstadt erwartet – ein Donnerstag und Freitag. Aus dem bischöflichen Ordinariat hieß es, es werde nicht leicht sein, an einem Arbeitstag große Menschenmassen dazu zu bringen, eine Papstmesse zu besuchen.

Johannes Paul II. hatte bei seinem Berlin-Besuch 1996 eine Messe im Olympiastadion gefeiert. Die Ränge seien damals nur deshalb annähernd voll gewesen, weil viele Polen angereist seien, um „ihren“ Papst zu erleben. Auch eine andere Szene mag dem heutigen Papst noch vor Augen stehen: Das Papamobil wurde in Berlin damals mit Tomaten beworfen. Joseph Ratzinger begleitete seinen Amtsvorgänger. Gut möglich, dass er sich eine Wiederholung der Szene ersparen möchte.

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3 Comments

  1. Ich find’s geil: Je mehr dieser Kasperverein sich in sich selbst zurückzieht, desto besser für den Rest der Gesellschaft.

    Am besten „noch nicht mal ignorieren“!

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  2. klaro… und wenn’s zu gegenveranstaltung kommt kann man die demonstanten als nazis beschimpfen, weil sie ja keinen respekt vor der gedenkstätte haben.

    *schon am totmaten und eier horten*

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