Integration mit der Ebenbildlichkeit Gottes


©Oliver Schopf(mfG) derStandard.at

Die integrative Wirkung der Religion
Was uns zusammenhält

Von Hans-Gert PötteringThe European

Die Äußerungen Christian Lindners zu den Kirchen sind falsch. Sie tragen nicht zur Lösung der großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen bei.

Unsere Kultur ist seit Jahrhunderten durch das Christentum geprägt, gegründet auf der in der hebräischen Bibel formulierten Vorstellung von der Ebenbildlichkeit Gottes zu den Menschen. Diese Auffassung stand gemeinsam mit dem Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes eindeutig „Pate“ für die in Artikel 1 festgelegte Unantastbarkeit der Menschenwürde. Daraus eine antiislamische Spitze herauszulesen geht am Kern vorbei: Das Christentum ist keine Staatsreligion – die Religiosität jedes Politikers ist Privatsache. Aber ein christlicher Politiker wird sich für Solidarität, für Nächstenliebe und für Menschenrechte einsetzen. Das bezieht gerade die Schwachen, die Bedürftigen, die Fremden, die zu integrieren sind, ein.

Die Orientierungsmarken des Christlichen als Leitlinien und Orientierungspunkte sind in Zeiten gesellschaftlichen Wandels unverzichtbar. Sie geben aktuelle Antworten auf die Frage, was unsere Gesellschaft zusammenhält – sei es im sozialen Bereich, der Seelsorge oder im interkulturellen Dialog mit seiner Bedeutung für die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen in unsere Gesellschaft.

Lindners Kritik ist weder für unsere Gesellschaft noch die FDP repräsentativ. Er nimmt damit auch in seiner eigenen Partei eine Außenseiterposition ein: Beispielhaft sei nur die Gründung der Gruppe „Christen in der FDP-Bundestagsfraktion“ im vergangenen Jahr genannt, die in eine diametral andere Richtung geht als jene, die Lindner nun meint, vorgeben zu müssen. Weitere Beispiele ließen sich anfügen.

Politische Verantwortung aus christlicher Überzeugung ist bei der FDP vorhanden, wenn auch traditionell nicht so stark wie in der Union. Lindner führt die FDP auf einen gefährlichen Pfad, der offensichtlich auch im linken Spektrum in Mode kommt.

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2 Comments

  1. Ein frommes Weihnachtsmärchen des Katholiken Pöttering zum Grundgesetz. Die beiden vorherigen demokratischen Verfassungen Deutschlands waren die Paulskirchenverfassung von 1848, die von den Fürsten niedergeknüppelt wurde, und die der Weimarer Verfassung, als Folge der Kaiserlichen Kriegskatastophe. In keiner der beiden Vorlagen kam der „liebe Gott“ des Herrn Pöttering vor. In der Weimarer Verfassung von 1919 gab es aber den Auftrag für die Einführung einen wirklich säkularen Staates …also der seit 1803 ! anhängen Entflechtung, die auch vom Grundgesetz übernommen wurde…aber um wirklich wichtige Dinge – die auch die Steuerzahler zu Lasten der Kirchen entlasten würde – haben sich die Christlichen Parteien noch nie geschert.

    Die Menschenrechte im § 1 GG haben mit der gräulichen bronzzeitlichen Moralvorstellung eines eifersüchtigen Gottes der Bibel – „Gott sei dank“ – 😉 nichts am Hut und sie beenden auch den widerwärtigen 2000 jährigen Streit um das Erbe des mosaischen Gottes, das die katholische Kirche den Juden vorenthalten wollte. Mit unseren „gottlosen“ Menschenrechten werden jüdische Mitbürger besser geschützt, als als durch alle früheren Schutzgeldzahlungen an Kirchen und Regierungen. Vielleicht kann man auch noch bemerken…dass in Europa nur der Vatikan und Weissrussland was an den Europäischen Menschenrechten auszusetzen haben…

    Die Präambel unseres Grundgesetz, auf die sich Pöttering beruft war, schon immer etwas dubios…denn das Grundgesetz war dem Volke nie vorgelegt worden, sondern ohne dieses beschlossen worden. Deshalb war 1949 in der Präambel -quasi als Feigenblatt – versprochen, diese Zustimmung des Volkes nach der Wiedervereinigung nachzuholen….. ist aber wohl in der Eile vergessen worden… 🙂 …..und so in den § 146 GG versteckt worden..

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  2. „…Aber ein christlicher Politiker wird sich für Solidarität, für Nächstenliebe und für Menschenrechte einsetzen. Das bezieht gerade die Schwachen, die Bedürftigen, die Fremden, die zu integrieren sind, ein.“

    ROFL! HAHAHAHAHA! wie geil! der zieht bestimmt noch ein paar mal 😀

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