Narnia: Kriegskitschfantasy


Bild: Buena Vista International

Alle Jahre wieder: Der neue Fantasy-Blockbuster. Schon zum dritten Mal hintereinander setzt nun mit „Die Chroniken von Narnia“ auch Amerikas Christliche Rechte in Form der rechtsevangelikalen „Walden Media“ pünktlich vor Weihnachten zu ihrem neuen Kreuzzug an. Mit militanter Sanftheit sollen dabei besonders die jungen, noch „formbaren“ Zuschauer zum wahren Glauben bekehrt werden. Bibel und Business gehen dabei Hand in Hand: Denn mit der Verfilmung des Kinderbuchs von Margaret Thatchers Lieblingsautor C.S. Lewis (1898-1963) lässt sich nebenbei auch noch kräftig Geld scheffeln.

Von Rüdiger Suchslandtp

„Die Chroniken von Narnia: Die Reise auf der Morgenröte“ setzt dort ein, wo der zweite Teil der opulenten Verfilmung endete: Die Pevensie-Geschwister Peter (William Moseley), Susan (Anna Popplewell), Edmund (Skandar Keynes) und Lucy (Georgie Henley) sind aus der Narnia-Parallelwelt wieder zurück im deutschen Dauerbombardements ausgesetzten London des Zweiten Weltkriegs, in dem Autor Lewis Ende der 40er Jahre um den glücklichen Ausgang des Krieges wissend, seinen siebenteiligen Fantasy-Romanzyklus „Narnia Chronicles“ ansiedelte. Dies ist daher kein Eskapismus vor dem Krieg, sondern eher vor der bitteren britischen Nachkriegszeit – auch in seiner altväterlichen Moral, der behäbigen Feier des Wahren, Schönen, Guten recht passend zum Zeitgeist der 50er. Viel Zeit verstrich: Ein Jahr kann einem in Kindertagen schon mal wie eine halbe Ewigkeit, sagen wir: wie 1300 Jahre, vorkommen, und genausoviel Zeit ist im Traumreich Narnia vergangen, als die Kinder nach wenigen Filmminuten wieder dorthin zurückkehren.

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