Anthroposophisch-homöopathische Bullshistic


Christrose, Bild: wikipedia

Leicht wird er es nicht haben, sich mit seiner Idee durchzusetzen. Zu ideologisch eingemauert ist der Medizinbetrieb in Deutschland, um Querdenkern so einfach freie Fahrt zu geben. Dr. Johannes Wilkens, Oberarzt an der Alexander-von-Humboldt-Klinik in Bad Steben, setzt voll auf eine Pflanze, die auch bei uns zu Weihnachten blüht. Sie sei ideal, wenn es um die Krebsbekämpfung geht.

Das Wunder der Christrose

Von Werner MergnerFrankenpost

Der Arzt für Klassische Homöopathie und Anthroposophische Medizin ist nicht zuletzt durch seine Misteltherapie europaweit bekannt geworden. Für seine wegweisenden Arbeiten im Bereich der Naturheilkunde erhielt er höchste Auszeichnungen. Nun ist er davon überzeugt, mit der Christrose eine Heilpflanze gefunden zu haben, die Karzinome regelrecht vernichtet. Egal, ob Lungen-, Eileiter- oder Hodenkarzinome: Für Dr. Wilkens sind die Extrakte der Christrose, lateinisch Helleborus niger, die reinsten Wundermittel in der Medizin. Als Beispiel führt er den Fall eines vierjährigen Jungen an, dessen Hirntumor sich nach der Behandlung mit dem Christrose-Medikament völlig zurückgebildet habe.

Doch warum das alles erst jetzt? Immerhin hatte der Begründer der Anthroposophie, Rudolf Steiner, schon vor 90 Jahren auf die Möglichkeiten der giftigen (!) Christrose hingewiesen. Dr. Wilkens bleibt gelassen: „Das ist ganz einfach. Die Zeit ist jetzt erst reif dafür. Das hängt auch damit zusammen, dass es immer mehr ältere Menschen gibt. Die Geriatrie vor allem brauchte ein solches Mittel.“

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8 Comments

  1. @ Thomas Plank

    „Joe“ hat sich an meinen Fall erinnert, den ich hier schon wiederholt dargestellt habe. Auch bei mir wurde im Jahr 2005 Krebs diagnostiziert. Ein hühnereigroßes, hochmalignes, bereits nekröses Plattenepithelkarzinom wurde aus meiner Leiste operativ entfernt. Der histologische Befund hatte keinen Hinweis auf einen bestimmten Krebs ergeben, weshalb keine gezielte Krebstherapie eingeleitet werden konnte. Die Diagnose CUP-Syndrom (Cancer Unknowed Primary = Krebs unbekannter Herkunft) bedeutete für mich – so die Aussage des mich behandelnden Professors – dass ich noch eine Lebenserwartung von 6 bis max. 12 Monaten hätte. Nachdem man mich zuvor auf der Suche nach dem Muttertumor umfangreichen Untersuchungen unterzogen hatte, die alle ergebnislos blieben, wurde ich ohne weitere Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen.

    Als letzte Möglichkeit empfahl mir der Professor nach einigen Wochen, mich einer PET-Untersuchung (Positronen Emissions Tomographie) an die Uniklinik in Tübingen zu unterziehen. Aber auch diese Untersuchung ergab keinen Hinweis auf den Muttertumor. Nachdem weitere Wochen vergangen waren, eröffnete mir der Professor schließlich, dass es möglich sein könnte, dass sich der Krebsherd von selbst aufgelöst hätte. Er erwähnte dabei den Begriff „Spontanheilung“. Fälle dieser Art sollen keinesfalls selten sein und seien auf das Wirken des menschlichen Immunsystem zurückzuführen. Inzwischen sind rund 6 Jahre ins Land gegangen und ich erfreue mich bester Gesundheit.

    Nahezu zeitgleich wurde kurz zuvor bei einem Mitglied meiner Familie ebenfalls Krebs (Brustkrebs) diagnostiziert. Es soll sich dabei um eine besonders gefährliche Krebsvariante gehandelt haben. Aber auch dieses Karzinom hat sich innerhalb weniger Wochen von selbst zurückgebildet. Auch in diesem Fall wurde die Heilung vom behandelnden Arzt auf das Wirken des Immunsystems zurückgeführt.

    Inzwischen weiß ich, dass rund 80 % aller Erkrankungen – vom simplen Schnupfen bis hin zu Krebserkrankungen – durch das selbsttätige Wirken des menschlichen Immunsystems geheilt werden. Gäbe es dieses Immunsystem nicht, hätte unsere Menchheit – was leicht nachzuvollziehen ist – nicht bis ins 21. Jahrhundert überleben können. Somit bist du, lieber Thomas Plank, gut beraten, wenn du dich nicht blind homöopathischen oder antrophosophischen Quacksalbern anvertraust. Zwar ist auch die moderne Schulmedizin nicht allwissend und kann dir das ewige Leben auch nicht garantieren. Aber die besseren Heilungschancen hat unter Garantie doch die von vielen (zu Unrecht) geschimpfte Schulmedizin anzubieten. Da wird mit überprüfbarem und gesichertem Erfahrungswissen gearbeitet, während das „Wissen“ der pseudowissenschaftlichen Quacksalber eben nur auf unbewiesenen Lehren (z.B. die Homöopathie) und kindlichem Glauben beruht.

    PS: Für die Misteltherapie gibt es keinen wissenschaftlich fundierten Wirkungsnachweis. Sie geht auf den Begründer der Pseudowissenschaft Anthroposophie Rudolf Steiner zurück. Ein mehr als nur fragwürdiger „Wissenschaftler“. Die Kassen zahlen diese Therapie auch nur deshalb, um keine Kunden zu verlieren. Der Verlust von zahlenden Mitgliedern käme die Kassen teurer zu stehen, als die Behandlungskosten für diese (unwirksame) Therapie. Klingt unglaublich, entspricht aber den Tatsachen.

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  2. @ Thomas: Respekt, dass du dich nicht vom Krebs hast kleinkriegen lassen. Ehrlich. Was mich aber interessieren würde, ist wie deine Prognose nach den von dir geschilderten schulmedizinschen Maßnahmen war. Gaben dir die Ärzte auch nach dieser Behandlung eine derartig schlechte Prognose? Ich glaube Argus7 wäre hier in dem Zusammenhang der richtige Diskussionspartner für dich.

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  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    mal ehrlich, die hier gemachten Kommentare sind subjektiv gesehen geistig obdachlos als förderlich. Das ist wirklich unglaublich, dass sich Menschen davor verschließen.
    Anstatt sich darüber weiter zu informieren wird hier aus Unwissenheit auf einem Menschen rumgehackt, nach dem Motto: „Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht.“

    Ich denke wahrscheinlich schreiben hier auch einige Mediziner und Pharmazeuten, die viel Geld mit der Schulmedizien und Medikamenten verdienen und auch mit Chemotherapien.
    Ganz klar, Ihr verdient daran eine „goldene Nase“ und schlagt natürlich die Naturheilkunde in den Wind.
    Ihr dürft hierbei nur nicht vergessen, dass die Krankenkassen bereits die Misteltherapie bezahlt.

    So, nun zum Kern. Ich selbst hatte Lungenkrebs und 2x Hirnmetastasen und wurde 4x operiert. Ärzte der Schulmedizin meinten, dass ich Ende 2008 nur noch 3 Monate zu leben hatte.
    Nachdem alles (OP´s und Kopfbestrahlung) überstanden war sollte ich eine Chemo machen. Nach der ersten Chemo verlor ich innerhalb 3-4Tage 10 kg und fiel auf 62 kg bei 1,80 cm.Das war Mitte 2010. Aus diesem Grund lehnte ich die Chemotherapie ab.

    Mir wurde Dr. Wilkens empfohlen, der mich mit der Mistel behandelt.
    Heute habe ich 85 kg und mache Kraftsport.

    Herr Dr. Wilkens verdient mein vollstes Vertrauen in Sachen Gesundheit und Medizin.

    Da ich zudem stehe was ich sage, können Sie ich gerne unter 0151-52515564 telefonisch erreichen.

    Ich beende mit einem Zitat von Gabriel Laub:
    „Würde Hirnlosigkeit vor Kopfschmerzen schützen, könnten die Aspirin-Produzenten ihre Läden schließen.“

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  4. … es ist unglaublich wie manch Menschen mit der Angst der Menschen vor ihrem eigenen Tod Geld verdienen wollen…

    Ich habe ja nichts gegen diesen Hokuspokus solange er auch als solcher bezeichnet wird. Aber dennoch ist der Schaden mittlerweile erkennbar groß und endet immer wieder tragisch mit Toten. Eine australische Studie hat festgestellt, dass das größte Schadenspotenzial des Homöo/Antoposophen-Hokuspokus darin liegt, dass den Kranken eine vernünftige Behandlung vorenthalten wird.

    Leider ist Hr. Wilkens nicht in Schlagreichweite, er hat auf jeden Fall eine homöopathische Behandlung seiner Großhirnrinde mit einem Baseballschläger verdient, mit dem Schmarrn den er da Vertritt.

    Gruß

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  5. Seltsamer „Arzt“ der auch von Biologie keine Ahnung hat. Die Christrose blüht lediglich etwas früher als andere Pflanzen, je nach Wetter schon im Februar. In diese Nische konnte die Pflanze vordringen da sie nicht völlig von Fluginsekten abhängig ist, sondern sich notfalls auch selbst bestäuben und die Samen von Ameisen verteilen lassen kann. Die Pflanze blüht also ganz natürlich so früh weil sie sich an spätwinterliche Bedingungen angepasst hat.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schneerose

    http://de.wikipedia.org/wiki/Schneerose

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  6. „…Für Dr. Wilkens sind die Extrakte der Christrose, lateinisch Helleborus niger, die reinsten Wundermittel in der Medizin.“

    Ja,ja, wieder einmal ein abgebliches Wundermittel entdeckt? Wo sind bitte die klinischen Studien, die eindeutig und wissenschaftlich exakt die Wirksamkeit jener Extrakte der Christrose in der Krebsbehandlung-/bekämpfung nachweisen?

    Ein einziges Beispiel anzuführen, das für eine vermeintliche Wirksamkeit dieses „Wundertütenmittels“ herhalten soll, ist ein bisserl sehr dünn – und beweisen tut es jedenfalls nichts.

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  7. Der Arzt für Klassische Homöopathie und Anthroposophische Medizin ist nicht zuletzt durch seine Misteltherapie europaweit bekannt geworden.

    Bekannt? Eher berüchtigt:

    Methodisch einwandfreie Studien zeigen keine Vorteile der Misteltherapie gegenüber Placebo. Ein zusammenfassendes Review von Ernst aus dem Jahre 2003 konnte keinen wissenschaftlich einwandfreien Nachweis für die Wirksamkeit der Misteltherapie in bis dahin veröffentlichten wissenschaftlichen Studien erkennen. Es liegen nur bislang nicht replizierte Hinweise für eine mögliche Steigerung der Lebensqualität vor. Studien mit positiven Ergebnissen wie die von Ronald Grossarth-Maticek die auch von der Weleda AG verbreitet wird, enthalten methodische Mängel…..Es gibt zunehmend Hinweise darauf, dass Mistelprodukte (Presssäfte, Lektinextrakte) das Tumorwachstum stimulieren und die Überlebenszeit der Patienten verkürzen.

    Aber hier wird er wohl richtig liegen: Steiner ist ja sein Kronzeuge! Diese Koryphäe der Medizin gilt ja nicht umsonst als wichtigster Mediziner seit Paracelsus. Und der hat sich auch für die Christrose ausgesprochen!

    Und wer will noch wissenschaftliche Studien verlangen (immerhin gab es ja schon einen Heilungsfall!), wenn einem solche Argumente entgegen gehalten werden:

    Der in Hof lebende Arzt, der sich auch als Medizinforscher einen Namen gemacht hat, argumentiert lächelnd: „Die Christrose wächst und blüht im Winter, also zur falschen Zeit am falschen Ort und verhält sich somit genau wie der Krebs.“ Deswegen, so glaubt Wilkens, sei Helleborus niger auch für Demenzerkrankungen genau richtig.

    Genauso wirkt durch Durchfall beschmutzte Hose gegen Krebs: Da war der Drang ja auch zur falschen Zeit am falschen Ort….

    Gruß

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