Evangelikales Stimmvolk


Ergriffenheit während einer evangelikalen Predigt in Anaheim, Kalifornien. (Bild: Imago)

Keine nützlichen Idioten der Politik
Unter den Evangelikalen in den USA mehren sich freiheitsfreundliche und tolerante Stimmen.

Von Marcia PallyNZZ Online

Die Evangelikalen in den Vereinigten Staaten fallen aus europäischer Perspektive meist durch fanatischen Glaubenseifer auf. Doch sie haben sich in den letzten Jahren verändert. – Was ist neu an den «neuen Evangelikalen»?

Als ich Robert, den PR-Chef einer grossen evangelikalen Kirche in den Südstaaten, in seinem Büro aufsuchte, war dort weit und breit kein Kruzifix zu sehen. Stattdessen war das Konterfei von Captain Kirk, dem wackeren «Star Trek»-Helden, als Bildschirmschoner aufgeschaltet, und an den Wänden prangten – pace Jesus – die gerahmten Covers einiger auserlesener Science-Fiction-Magazine und ein Poster von Barack Obama. Auf der DVD «Introduction to our Community» stellt eine andere, im Mittleren Westen situierte evangelikale Grosskirche einen Transsexuellen als eines ihrer ersten Mitglieder vor; und Randall Balmer, Redaktor der Zeitschrift «Christianity Today», schreibt: «Der evangelikale Glaube, der mich als Kind nährte und als Erwachsenen trägt, ist von rechtsradikalen Eiferern gekidnappt worden.»

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2 Comments

  1. Der Druck des Materialismus, Rationalismus und der Vernunft ist auch auf die Evangelikalen groß und die Gruppen sind nicht zentralistisch. So basteln sich viele jüngere Evangelikale ihren eigenen „Jesus“, von dem man sowiso nichts genaues weis. Das erinnert schon fast an die Befreiungstheologen der Katholiken Südamerikas, die zeitweilig sogar Linksradikale Positionen einnahmen.

    Wenn man sich auf die Forderung nach einem säkularen Staat, Frieden und soziale Gerechtigkeit als Hauptziele einigen kann, lass ich Religion auch gerne Privatsache sein.

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