Gott liebt die Atheisten!


Cartoon: toonpool.com/user/438

Ist es aus christlicher Sicht denkbar, dass Gott (so es ihn gibt) dem Atheisten (dessen Vorstellung/Wunsch vom “Jenseits” ja die Nichtexistenz ist), ebendieses erfahren lässt? Also: “Wenn jemand mich bewußt nicht erkennen will oder den Gedanken an meine Existenz ablehnt, dann erweise ich ihm trotzdem aus Liebe den Gefallen des Nichtweiterexistierens nach dem Tode.”

peregrinatio – Die unmögliche Nichterkenntnis

Die kurze Antwort darauf habe ich schon in den Kommentaren gegeben: es ist natürlich denkbar. Wobei es in meinem Text gar nicht um das Leben nach dem Tod/im “Jenseits” ging, sondern um das Kommen Christi in diese Welt und deren Heilung und Verwandlung. Doch selbst dann stellt sich die Frage, ob man in dieser neuen Welt zuhause sein möchte oder nicht. Und wie Gott wohl reagieren würde, wenn jemand das nicht will. Ich finde, alles deutet eher in die Richtung, dass er niemanden dazu zwingen würde – Liebe drängt sich nicht auf. Am Ende, hat C.S. Lewis einmal recht lapidar gesagt, gibt es nur zwei Arten von Menschen: Solche, die zu Gott sagen: “Dein Wille geschehe” und solche, zu denen Gott sagt: “Dein Wille geschehe.” Das ist also die eine Seite.

Was mich aber fasziniert hat, war das Bild, das beim Nachdenken über diese Frage vor meinem inneren Auge entstand – womit ich nicht behaupten will, dass Frank das so gemeint hat –, die andere Seite dieser Frage also: Von einem Menschen, der nicht nur für den Augenblick sagt, dass er keine Anhaltspunkte für Gottes Existenz sieht (das ist ja auch oft schwer genug), sondern der diese Möglichkeit so kategorisch ablehnt, dass er – für den Fall, dass sie zur Realität wird – lieber die alte Illusion bestätigt bekommen möchte. Aber wäre es nicht tausendmal interessanter, einmal kurz über die eigene Täuschung den Kopf zu schütteln und dann staunend Gott Auge in Auge gegenüberzustehen? Gut, Gott kann einen schon erschrecken, davon weiß die Bibel einiges zu berichten. Aber dabei bleiben die biblischen und anderen Berichte ja nicht stehen. Müssten nicht alle, auch die großartigsten und bewegendsten Erfahrungen, die wir bisher gemacht haben, wie ein müder Abklatsch dieser Begegnung erscheinen? Anders gefragt: Kann man so wenig neugierig sein und das größte Geheimnis überhaupt ausblenden wollen?

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2 Comments

  1. Also, mir wäre es ziemlich peinlich, von einem nicht existenten Phantom geliebt zu werden. Da bedeutet mir die Liebe meiner real existierenden Katze doch einiges mehr.

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  2. Geht der Comic nicht vielleicht noch ein wenig kleiner? Man kann immer noch ein oder zwei Worte in den Sprechblasen entziffern 😉

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