Kirche als Volkspartei I


Das böse P-Wort: Sachsens FDP-Chef Holger Zastrow wirft der evangelischen Landeskirche vor, wie eine politische Partei zu agieren. Foto: Arno Burgi

In Sachsen ist es mit dem Weihnachtsfrieden nicht weit her: Die FDP im Freistaat wirft der evangelischen Landeskirche politische Einmischung vor. Diese wiederum spricht von einer „Kampagne“ der Liberalen.

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Die Landeskirche agiere wie eine politische Partei, sagte der sächsische FDP-Landeschef Holger Zastrow der „Leipziger Volkszeitung“ (Donnerstag). Es gebe im Freistaat jedoch „eine tiefe Überzeugung dafür, dass Staat und Kirche zu trennen sind, dass Religion und Glauben Privatsache sind“. Landeskirchensprecher Matthias Oelke nannte den Vergleich mit einer Partei „Unfug“.

Oelke warf der FDP vor, eine Kampagne gegen die Kirche zur Erreichung ihres politischen Ziels anzustacheln. „Die Ladenöffnung ist ja das einzige, was man mit der sächsischen FDP verbindet“, sagte der Landeskirchensprecher am Donnerstag auf Anfrage in Dresden. Wenn eine Partei, die nach der nächsten Wahl eventuell wieder „abtaucht“, innerhalb einer Legislaturperiode versucht, eine Errungenschaft wie den Sonntagsschutz abzuschaffen, müsse sie auch mit Gegenwind rechnen.

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4 Comments

  1. Der Einfluß der Kirchen auf die Politik wird mehr und mehr zu einer unerträglichen, nicht akzeptablen Situation. Für mich ist das „C“ im Namen einer politischen Partei längst ein triftiger Grund, dieser Partei nie und nimmer meine Stimme zu geben. Jedwelche Vermischung von Religion und Politik ist in einem säkularen Staat ohnehin eine nicht zu tolerierende Provokation.

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  2. Tatsächlich ist es eine ungeure Provokation der Gesellschaft, wenn sich Kirchen in politische Angelegenheiten einmischen. Laut noch gültigem Reichskonkordat“ der Kirchen mit den Nazisen dürfen sich die Kirchen nicht in politische Angelegenheiten einmischen. So haben die Christen ihre Zentrumspartei 1933 aufgelöst und die NSDAP damit unterstützt und bekamen dafür von den Nazis den staatlichen Religionsunterricht und andere Privilegien. Ihre mit den Nazis ausgehandelten Privilegien haben die Christen nach 1945 behalten aber wieder christliche Parteien gegründet. Jetzt wollen sich die Kirchen sogar direkt in politische Angelegenheiten einmischen, wie das Beispiel in Sachsen zeigt.
    Den Kirchenführern fehlt aber jede Demokratische Legitimation, sie sind nach dem Führerprinzip aufgebaut. Die demokratische Gsellschaft darf sich also politische Einmischung seitens der Kirchenführer aus mehrerlei Gründen verbitten.
    Bevor sie in demokratische Meinungsbildungsprozesse der Gesellschaft eingreifen wollen sollten sie zuerst demokratische Prinzipien in ihren Organisationen einführen.

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