Die Zukunft der Religionen in Europa: Sein oder Nichtsein


Zukunft der Religionen?

„Die Zukunft der Religion in Europa“ – so heißt ein Buch, das Ende Dezember von der Moskauer Gesellschaft für Religionsforschung herausgegeben wurde. Dieses Buch, das aus Artikeln von Religionsforschern verschiedener Länder besteht, ist ein gewisses Ergebnis des geistlichen Lebens der europäischen Gemeinschaft im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts.

Stimme Russlands

Heute ist im kirchlichen Milieu die Meinung weit verbreitet, dass die Europäer sich von ihren geistlichen und Religionswurzeln so weit entfernt haben, dass man das Christentum in den EU-Staaten sehr bald als ein Anachronismus wahrnehmen wird. „Aber Wissenschaftler sind überzeugt, dass das, was im letzten Jahrzehnt im geistlichen Leben Europas geschieht, ein recht gesetzmäßiger Prozess ist“, sagte der Vorsitzende der Moskauer Gesellschaft für Religionsforschung Iwar Maksutow in seinem Interview für unsere Rundfunkgesellschaft.

„Wenn man versucht die Tendenzen, die es heute in Europa gibt, zu bestimmen, dann ist das in erster Linie ein Versuch die europäische Gemeinschaft auf ideologische Weise zu integrieren. Das heißt Europa als einen einheitlichen unteilbaren Raum mit einer gemeinsamen Kultur darzustellen, den es viele Jahrhunderte gab. Natürlich sieht man bei einer ausführlicheren Untersuchung des Problems, dass es einen ganzen Satz von unterschiedlichen Kulturen gibt, die sich in ziemlich komplizierten Beziehungen miteinander befinden. Aber in den letzten 10 – 15 Jahren ist der Prozess der gewaltsamen Integration, darunter auch in dem geistlichen religiösen Bereich zu beobachten“.

Die Versuche aus dem polykonfessionellen Mosaik eine universelle einheitliche Religion zu formieren führten vorläufig zum Aushöhlen der kanonischen Grenzen und zum Verlust des traditionellen geistlichen Kerns und der religiösen Moral.

Ein weiteres Problem, dass für Europa schmerzhaft aktuell wurde, ist die Gefahr der Islamisierung der EU-Staaten. Laut vorläufigen Kalkulationen werden in der EU 2025 rund 40 Millionen Moslems leben. Einige europäische Hauptstädte sind schon heute gezwungen den Islam als eine der offiziellen Religionen ihrer Staaten anzuerkennen. In einigen Staaten ist die Zahl der Moscheen jetzt größer als die der christlichen Kirchen. All das rief eine Welle der Islamphobie sowohl auf konfessioneller als auch auf staatlicher Ebene hervor. „Es stellte sich heraus, dass Europa zur Islamisierung nicht bereit ist“, sagte Iwar Maksutow.

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2 Comments

  1. Ziemlicher Quatsch was so ein „Religionsforscher“ da ablässt. Er hätte sich mal in seinem eigenen Land umschauen sollen dann hätte er gesehen, das es wegen der Globalisierung überall multikutureller zugeht und alle Länder sowiso verschiedene Wurzeln haben. Gleich hinter Moskau ist schon die Tatarenrepublik, auch mit einer Moschee, im Norden Jakuten und andere Völker, im Süden abchasen usw. und im Osten Sibiriaken usw.
    In Europa ist das sowiso nicht anders mit seinen Mediterranen, Nordischen Slawischen, Germanischen, Islamischen, Christlichen, Jüdischen, Grichischen, Russischen Einflüssen und Tendenzen.
    Menschen wandern aus Europa und Rußland in andere Länder ab, von dort wandern Menschen zu, das war schon immer so.

    Religion gibt es noch weil sie für die jeweils Herschenden eine günstige Rolle spielen und mit viel Geld hochgepuscht werden. Wirklicher Glaube ist eher Selten geworden und wird immer weniger.

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  2. Es bleibt für mich ein nicht fassbares Phänomen, dass im Grunde genommen vernünftige, gebildete und kluge Menschen sich – aus welchen Gründen auch immer – zum Gottglauben bekennen. Selbst wenn man die Frage, ob es denn einen Gott gibt oder nicht, offen läßt und neutral bewertet, ist die Wahrscheinlichkeit, daß es keinen Gott gibt, doch um einiges größer ist als der durch rein gar nichts bewiesene, mythische Gottglaube. Bei einem Atheisten könnte das Wissen um die Nichtexistenz eines Gottes ein Gefühl der Überheblichkeit über den gottgläubigen Teil der Menschheit hervorrufen. Tut es aber – zumindest bei mir – nicht. Es ist vielmehr ein Gefühl des Erstaunens und Verwunderns darüber, dass es Menschen gibt, die sich diesen völlig irrealen Gottglauben einreden liessen und – komme, was da wolle – an dieser Fiktion festhalten. Im Grunde genommen geht es sich dabei um einen völlig irrealen Glauben, der sich aus dem Wunsche nährt, der eigenen Selbsttäuschung zur Wahrheit zu verhelfen.

    Dass der Gottglaube nach wie vor für viele Menschen – trotz Aufklärung – immer noch große Anziehungskraft genießt, erklärt sich daraus, dass der Inhalt religiöser Mogel- und Luftpackungen als ein Versprechen fürs Jenseits konzipiert ist, während der Atheismus seine harte, aber ehrliche Botschaft ohne betrügerische Versprechungen präsentiert. Die Verkäufer von solchen Mogelverpackungen müssen zudem nicht befürchten, jemals zur Rechenschaft gezogen zu werden. Somit ist das Produkt „Religion“ ein geradezu ideales und risikoloses Verkaufsobjekt für Volksverdummer, Betrüger und Scharlatane.

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