»knock,knock«: Emotional Freedom Technique“ (EFT)


„Ich will diese Methode aus der Esoterik-Ecke herausholen“: Christoph Trinkl. Foto: Sro

Der Kirchseeoner Christoph Trinkl sieht sich als Coach für Führungskräfte. Er wendet die „Emotional Freedom Technique“ (EFT) an, die in Fachkreisen umstritten ist. Wir haben ihn besucht.

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Trinkl sitzt entspannt am runden Tisch, seine Stimme klingt ruhig, zuversichtlich und sogar ein bisschen fröhlich. „Auch wenn ich jetzt hektisch bin und fürchte, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, akzeptiere ich mich trotzdem.“ Dabei klopft er mit dem Zeigefinger der rechten Hand auf das Nagelbett des Daumens der linken Hand, im gleichbleibendem Rhythmus. Sein Gegenüber im hellen, freundlichen Büro spricht den Satz nach und klopft ebenfalls. Die Sätze ändern sich, es wird weiter geklopft, an den Mittelfinger, an den kleinen Finger, an das Kinn, an einen Punkt unterhalb der Nase, an die Nasenwurzel.

Die Technik heißt Emotional Freedom Technique (EFT) und ist umstritten. Das weiß Trinkl. „Ich will diese Methoden aus der Esoterikecke herausholen. Und ich bin kein Spinner.“

Christoph Trinkl, Jahrgang 1957, stammt aus einer Münchner Kaufmannsfamilie. Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum medizinischen Fachkaufmann war er 25 Jahre lang Geschäftsführer mittelständischer Unternehmen. Zuletzt leitete er ein Sanitätshaus in der Landeshauptstadt. „Nach der x-ten Gesundheitsreform habe ich es verkauft“, erzählt der Kirchseeoner.

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5 Comments

  1. Nur mal ein paar Punkte aus dem verlinkten Artikel:
    „Durch die Übungen könnte Stress abgebaut, die Fähigkeit zu handeln gestärkt werden.“
    Klar. Glaub ich gern. Wenn ein Mensch unter psychischen Stress steht, kann motorische Aktivität sehr hilfreich sein. Ein bisschen im Raum herumwandern, mit den Fingern auf den Tisch trommeln, Dart spielen, joggen, schwimmen – je nach Ort und Zeit bieten sich vielfältige Möglichkeiten an. Ich denke aber, dass das Prinzip dahinter zu banal ist, um ernsthaft als Therapie verkauft werden zu können.
    Als nächstes gibt es wahrscheinlich kostspielige Seminare, in denen erzählt wird, dass Obst und Gemüse essen gesund sei.

    „Erfolg wird jedoch nicht garantiert. Und die Methoden seien auch kein Ersatz für einen Arztbesuch oder psychotherapeutische Hilfe“
    Das sagt eigentlich schon alles. EFT kann also in eine Schublade mit Homöopathie, NGM und Feng Shui gesteckt werden.

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  2. @Kurt
    EFT, solange die gesetzlichen Krankenkassen nicht dafür zahlen, bleibe ich bei meiner Aussage. Übrigens hat die nichts mit „supergescheit“ zu tun, sondern lediglich mit gesundem Menschenverstand. Und das gerade wegen der wissenschaflichen Hinterfragung

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  3. EFT ist ursprünglich eine schon vor vielen Jahren entwickelte Methode um Patienten, die unter Phobien leiden, eine leicht lernbare Methode an die Hand zu gebe, mit ihren oftmals starken Phobien besser im Alltag zurechtzukommen. Oft sind diese Patienten nur auf langwierige und kostspielige Therapien, oftmals mit mäßigen Erfolg (denken Sie an den „Großstadtneurotiker“, der quasi schon mit seinem Psychoanalytiker verheiratet ist), oder auf Psychopharmaka angewiesen. Der Vorteil diese Methode besteht gerade darin, mit wenig Aufwand (auch finanziellen) – Buch oder wenige Therapiestunden bei einem Psychologen oder Psychotherapeuten – eine Methode zu erlernen, die der Patient dann in belastenden Situationen selbst anwenden kann, um diese besser im Alltag zu meistern. Und da ist für diese Patienten schon viel gewonnen, wenn sie ohne Angst freier handeln können.

    Ein einfaches Beispiel keiner starken Phobie, das wohl viele kennen: Prüfungsangst vor der nächsten Klausur; die Vernunft sagt einem, wenn du entspannt frühzeitig ans Lernen gehst, hast du das beste Ergebnis, ohne Stress; nur man findet vor lauter Angst, nicht die Kraft anzufangen; und das wiederholt sich dann von Klausur zu Klausur; man glaubt, aus diesem Teufelskreis komme ich auch bei größter Anstrengung nicht raus. Hier kann EFT diese Blockade lösen, um den ersten Schritt zur Prüfungsvorbereitung zu machen.

    Die Ergebnisse von EFT sind meiner Erfahrung nach in vielen Fällen sehr wirksam, ohne dass der Patient gleich pathologisiert, also zum psychisch Kranken gestempelt wird, und dann aus diesem Teufelskreis nicht mehr rauskommt. Selbstredend ist EFT nicht auf alles anwendbar. Selbstverständlich ist auch eine wissenschaftliche Erklärung bzw. Überprüfung dieser Methode unabdingbar.

    Den supergescheiten „brighten“ Kommentatoren hier empfehle ich, sich mit den Dingen wirklich auseinanderzusetzen, sie auch und besonders wissenschaftlich zu hinterfragen, und dann zu kommentieren. Dann seit ihr wirklich bright!

    Empfehlenswerter Link von Dr. David Lake und Steve Wells:

    http://www.eftdownunder.com/

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  4. @ Stefan
    „…sind das nicht ganz normale Methoden zur…“
    Klar, Stefan aber das reicht wahrscheinlich nicht aus um die Leute zu verdummen und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen.

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  5. Auf Daumennagel klopfen, jetzt mal ohne hinzusehen… und jetzt den Zeigefinger an die Nasenspitze… jetzt den anderen…

    Sind das nicht ganz normale Methoden zur Erkennung der Koordinationsfähigkeiten eines Menschen?

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