Haiti: Erdbeben, Notstand, evangelikale Mission


Quelle: ZEIT-Fotostrecke

„Ihr seid alle schuldig“: In Haiti ist nach dem Erdbeben ein Kampf um die Seelen der Menschen entbrannt. Nordamerikanische Evangelikale gehen bei ihrer Missionierung besonders skrupellos vor.

Von Peter Burghardtsueddeutsche.de

Die Stimme Gottes bebt im Stadion Sylvio Cator in Haitis Hauptstadt Port-au-Prince, mächtige Boxen tragen sie ins Volk. Die Profis von Franklin Graham haben eine Bühne wie bei einem Popkonzert aufgebaut, als Vorgruppen singen eine Countryband und ein Schnulzensänger aus Amerika religiöse Lieder.

Dann erhebt die Hauptperson das Wort, inzwischen füllen 20.000 Zuhörer die Arena neben dem halbzerfallenen Zentralfriedhof. „Gott liebt Haiti“, ruft der weiße Mann im dunklen Anzug auf Englisch ins Mikrofon, ein schwarzer Haitianer übersetzt. „Warum ist die Welt so ein Fiasko?“, fragt er und antwortet: „Das Problem ist die Sünde. Die Cholera hat viele infiziert, die Sünde hat jeden infiziert. Ihr seid alle Sünder.“

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2 Comments

  1. Missionare aller Konfessionen haben in der Geschichte der Menschheit schon zu allen Zeiten großes Unheil angerichtet.
    Die geschichtlich dokumentierten Missionierungskampagnen in Südamerika und Afrika hinterliessen nachweislich blutige Spuren. Es ist typisch für das Missionsgeschäft unserer Zeit, dass es auf dem Unglück der Menschen aufbaut und daraus Nutzen zieht. Der letzte Beweis für diese These ist Haiti.
    Mehr Schäfchen bedeuten mehr politischen Einfluß und mehr Kirchensteuer. Die scheinbare Menschfreundlichkeit der Missionare ist somit nicht mehr als ein leicht durchschaubarer Vorhang, hinter dem das wahre Gesicht dieser Leute erkennbar wird.

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