Kartenleger,Wahrsager: Sittenwidrige Honorarverträge


Quelle: classicstatic.com

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat mit einem am Donnerstag verkündeten Urteil Wahrsagern und Kartenlegern das Geschäft erschwert. Dem Urteil zufolge sind Honorarverträge, die mit Kunden in „schwierigen Lebenssituationen“ oder psychisch labilen Menschen abgeschlossen wurden, sittenwidrig und nichtig.

FOCUS Online

Wahrsager, Kartenleger und andere angeblich mit übernatürlichen Kräften versehene Lebensberater müssen bei ihrem Geschäft mit der Zukunft künftig empfindliche Einbußen in Kauf nehmen. Ihre Honorarverträge sind sittenwidrig und nichtig, wenn sie mit Kunden in „schwierigen Lebenssituationen“ oder psychisch labilen Menschen abgeschlossen wurden, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe verkündeten Urteil. Geschädigte können dann gezahlte Gelder zurückverlangen. (AZ: III ZR 87/10)

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5 Comments

  1. Au Mann. Ich dachte, der von mir verlinkte Artikel wäre eine Art Update zu dem aus dem Blog-Beitrag. o.O
    Aber ich schätze mal, wenn man allgemein verbietet, für magische Pseudoleistungen Geld zu verlangen, müssten in der Konsequenz auch die Kirchen in Deutschland dichtmachen. Das darf natürlich nicht sein! :p

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  2. Um festzustellen ob Wahrsager wirklich halten was sie versprechen, braucht man keine Gerichtsurteile und keine umfangreichen wissenschaflichen Studien für wieviel Prozent der Prophezeihungen eintreffen. Es gibt eine ganz simple Methode:

    „Hast du das vorhergesehen? Nein? Scharlatan!“

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  3. Eine leider sehr schwammige und vielseitig auslegbare Entscheidung des Bundesgerichtshofes. Weshalb werden eigentlich die allzu gutgläubigen, uninformierten Menschen (davon gibt es leider viel zuviele!) nicht generell vor diesen esoterischen, betrügerischen Abzockern durch eine eindeutige gesetzliche Regelung geschützt ? Nur ein striktes Verbot für esoterische Dienstleistungen, die mit unlauteren Versprechen erschlichen werden, schützt die Menschen vor diesen offensichtlichen Betrügereien.

    Im Jahre 2003 war es ausgerechnet die bayerische CSU, die im Bundestag einen Gesetzesentwurf zur Regelung des Psychomarktes einbrachte. Dieser unter dem Begriff „Lebensbewältigungshilfegesetz“ bekannt gewordene Gesetzesentwurf fand jedoch in der damaligen rot-grünen Koalitionsregierung unter Gerhard Schröder keine Zustimmung. Einmal mehr war es die Alles-Verweigerer-Partei DIE GRÜNEN, die diesem Entwurf die Zustimmung versagte. (Übrigens: Die Grüne Renate Künast ist auch eine Verfechterin alternativer Medizin wie die Homöopathie.)

    Nachzulesen unter http://www.AGPF.de – Stichworte „Psychomarkt und Lebensbewältigungshilfegesetz“.

    Wie mir der Stuttgarter CDU-Bundestagsabgeordnete, Dr. Stefan Kaufmann, auf Anfrage seinerzeit mitteilte, ist derzeit keine neue Initiative für ein solches Gesetz geplant.

    Während Maßnahmen zum Verbraucher- und Konsumentenschutz für Lebensmittel längst selbstverständlich sind, bestehen für den Esoterikmarkt kaum, bzw. nur ungenügende Schutzvorschriften. Ein Verbot, wie es z.B. für Drogen besteht, existiert für die Droge „Esoterik“ leider nicht.

    Fakt ist, dass z.B. die als harmlos bewertete Esoterikdisziplin „Astrologie“ (nachweislich eine Pseudowissenschaft) für labile Gemüter die Funktion einer Einstiegsdroge in weitere, abstruse Esoterikdisziplinen hat. Die dabei entstehenden psychischen Schäden werden von der Politik und der Öffentlichkeit weitgehend verharmlost und ignoriert.

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