Taufe: Zwischen Zwang und Erziehung


Quelle: derstandard.at

50.000 Menschen werden in Österreich pro Jahr getauft – Die überwiegende Mehrheit ist dabei noch religionsunmündig

Von Katrin BurgstallerderStandard.at

Zu neuen Mitgliedern kommt die katholische Kirche vor allem durch die Taufe. Während die Zahl der Kirchenaustritte steigt, sinkt zugleich die Zahl der Taufen. So wurden im Jahr 2009 österreichweit 49.892 Menschen getauft, im Jahr 2005 empfingen noch 53.066 das heilige Sakrament. Aber auch die Zahl der Geburten ist gesunken. Im Jahr 2009 wurden in Österreich 76.322 Kinder geboren, 2005 waren es noch 78.190.

Kaum Erwachsenentaufen

Von den knapp 50.000 frisch Getauften im Jahr 2009 waren fast 46.000 unter einem Jahr alt, 3.500 Kinder ein bis sechs Jahre und 900 waren sieben bis 14 Jahre alt. 253 Menschen waren bei ihrer Taufe über 14 Jahre alt. Ab 14 gilt man als religionsmündig.

Viele Eltern fragen sich, ob sie überhaupt das Recht haben, ihrem Kind die Entscheidung zum Kirchenbeitritt vorwegzunehmen und sozusagen eine „Zwangsmitgliedschaft“ zu initiieren. Auch innerhalb der Kirchen ist es strittig, ob eine Kindstaufe legitim ist. Einige Freikirchen, etwa die Baptisten, erkennen eine Säuglingstaufe nicht als gültige christliche Taufe an, da ihnen das persönliche Glaubensbekenntnis des Täuflings als wesentliches Qualitätsmerkmal fehlt.

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