Das Miteinander von Staat und Kirche dient dem Politiker


Quelle: rlp.de

Bei der 62. Tagung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) in Bad Neuenahr hat Ministerpräsident Kurt Beck dazu aufgerufen, die Glaubens- und Religionsfreiheit als wichtiges Gut zu schützen. In seinem Grußwort an die Synodalen sagte Beck am Montagvormittag, es sei unerträglich, wenn Menschen wegen ihrer Religion bedroht würden, so wie zurzeit die Kopten.

Rheinland-Pfalz – Die Landesregierung

„Wem mit Gewalt gedroht wird, dem müssen wir solidarisch zur Seite stehen“, sagte der Ministerpräsident. Er dankte dem Präses der EKiR und Vorsitzenden des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, dafür, dass dieser – ebenso wie andere hochrangige Vertreter der Kirchen und der Politik in Deutschland – nach dem blutigen Anschlag auf eine koptische Kirche in Ägypten in der Neujahrsnacht klar Stellung bezogen und in Wort und Tat seine Solidarität mit den koptischen Christen gezeigt habe.

„Solidarität, Menschenliebe und Ethik sind Werte, von denen viele sprechen – aber die Kirche lebt sie und ist damit eine unverzichtbare Stütze des Gemeinwesens in unserem Land“, sagte Kurt Beck. „Kirchliche Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Pflegeinrichtungen und Beratungsstellen sind wesentliche Bestandteile unseres Sozialstaates und zugleich Ausdruck der sozialen Verantwortung, die die Kirchen in Deutschland übernehmen.“

In diesem Zusammenhang wandte sich der Ministerpräsident noch einmal dagegen, das Verhältnis von Kirche und Staat zur Disposition zu stellen: „Seit Gründung der Bundesrepublik gibt es ein funktionierendes und den Menschen dienendes Miteinander von Kirche und Staat. Wer daran rühren will, beispielsweise indem er öffentlich über eine Kürzung oder gar Streichung der staatlichen Mittel zur Unterstützung der kirchlichen Arbeit nachdenkt, der muss auch sagen, wie er die Leistungen der Kirchen für die Gesellschaft ersetzen will. Und ich bin sicher: Das ist nicht möglich“, sagte Beck.

3 Comments

  1. Eine „Kriegserklärung“ wäre gegen das Grundgesetz und die paar Fallschirmläger der Bundeswehr kämen sowiso nicht mal bis Ägypten, da ist die stärkste Armee Afrikas.

    Islamische, Kopten und Säkulare werden in Ägypten auch gemeinsam unterdrückt und Demonstrieren auch gemeinsam gegen die verbrecherische Regierung Mubaraks.

    Die Tatumstände des Anschlages auf Kopten sind auch nicht geklärt. Ein „verwirrter Einzeltäter“ wird nicht ein Auto voll Sprengstoff haben und es ist wohl auszuschließen, das sich der Täter mit in die Luft gesprengt hat.

    Kann sein das die Regierung Mubarak zwietracht sähen und das Volk spalten will. Oder es ist Teil des Tourismuskrieges zwischen Ägypten, Istael und Jordanien. In Jordanischen und Israelischen Touristenorten schlugen vorher Raketen von Unbekannten ein, möglicherweise war dies die „Antwort“.

    Jedenfalls sind in Ägypten nicht die seit ewig geachteten Kopten die verfolgten, sondern das ganze Volk von der Mubarak Despotie.
    Beck und der Papst und andere sind auch blos Kumpane des kriminellen Mubarak Regimes und wollen dem blos weiterhin helfen.

    Gegen Verfolgung und Unterdrückung sind die nicht wirklich.

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  2. „… Wort und Tat seine Solidarität mit den koptischen Christen gezeigt habe.“

    Bisher doch nur im Wort. Wie wäre es denn mit einer Kriegserklärung aus Bärlin? Wozu sind unsere Jungs denn da? Um sich in Afghanistan die Eier plattzurücken? Nein! Fallschirmjäger können mehr. Glück ab!

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  3. Wenn die Politik es unterlassen hätte, sich mit religiösen Forderungen und Anliegen zu identifizieren und Religion strikt als reine Privatsache definieren würde, hätten religiös motivierte Konflikte gar nicht erst entstehen können. Eine simple Logik, die aber offensichtlich – und dies weltweit – von den Politikern nicht erkannt wird.

    Auch bei Kurt Beck ist diese Logik offensichtlich noch nicht angekommen. Verfolgung Andersgläubiger wird ausschließlich durch das Verhalten der Politik gefördert und ausgelöst. Bekennt sich z.B. eine Regierung mehrheitlich zu einer bestimmten Religion, mobilisiert dies umgehend die Angehörigen konkurrierender Religionen, die sich dann eben zwangsweise benachteiligt fühlen.

    Da sich dieses Verhaltens- und Reaktionsmuster seit Urzeiten etabliert hat, ist die Lösung religiös motivierter Konflikte in unserer Zeit nahezu unmöglich geworden. Von wenigen Ausnahmen abgesehen, sind ohnehin die meisten Konflikte auf religiöse Motive zurückzuführen.

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