Biologie am Scheideweg


Francis Galton, Quelle: wikipedia

Vor 100 Jahren starb der britische Naturforscher und Erfinder Francis Galton

Von Martin KochND

Im Jahr 1880 schrieb der englische Physiker Henry Faulds einen Brief an Charles Darwin. Darin äußerte er die Vermutung, dass die winzigen Rillenmuster auf den Fingerkuppen von Mensch zu Mensch verschieden seien und sich ein Leben lang nicht veränderten. Darwin erzählte davon sogleich seinem Vetter Francis Galton, der daraufhin das erste brauchbare Klassifizierungssystem für Fingerabdrücke entwickelte. Obwohl englische Polizisten dieses System bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts nutzten, um Verbrecher dingfest zu machen, wurde der Fingerabdruck erst 1905 als unumstößliches Beweismittel akzeptiert. Damals fand in London ein Aufsehen erregender Mordprozess statt, bei dem die Angeklagten, die bis zuletzt leugneten, allein aufgrund der am Tatort gefundenen Fingerabdrücke verurteilt wurden. Nach dem Urteilsspruch legten die Mörder ein Geständnis ab und bestätigten somit nachträglich die Effizienz der Galtonschen Methode.

Francis Galton wurde am 16. Februar 1822 als Sohn eines Bankiers in der Nähe von Birmingham geboren. Bereits mit 16 Jahren nahm er ein Medizinstudium auf, das er jedoch abbrach, als sein Vater starb und ihm ein großes Vermögen hinterließ. Nach geographischen Forschungsreisen durch Afrika und den Nahen Osten zog Galton 1857 in den Londoner Stadtteil Kensington, wo er sich zunächst mit Meteorologie beschäftigte. Dabei identifizierte er erstmals ein Hochdruckgebiet und erfand das, was man heute eine Wetterkarte nennt. Das früheste Exemplar einer solchen erschien am 1. April 1875 in der Londoner »Times«.

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