Nicht zu töten, kann auch eine Form von Schuld sein


Hans-Richard Engel, katholischer Militärpfarrer an der Kurmainz-Kasere, betreut Soldaten, die in Afghanistan dienen © Frank Röth

Militärpfarrer Hans-Richard Engel aus Mainz bereitet Rekruten auf Afghanistan vor. Stirbt ein Soldat, muss Engel die Todesnachricht überbringen. Im November fliegt er selbst für vier Monate nach Afghanistan.

Von Kristin HaugFAZ.NET

Drei bis vier Stunden. Mehr Zeit bleibt Militärpfarrer Hans-Richard Engel nicht. Drei bis vier Stunden hat er, um sich vorzubereiten. Engel muss klären, zu wem er fahren muss, mit wem er reden muss, was er berichten kann. Wenn ein Soldat von seinem Standort getötet wird, muss Engel den Angehörigen diese Nachricht überbringen. Sie sollen sie nicht aus den Medien erfahren. Hans-Richard Engel ist Pfarrer im katholischen Militärpfarramt Mainz. Seit zweieinhalb Jahren betreut der Siebenundvierzigjährige Soldaten in Mainz, Wiesbaden, Frankfurt, Speyer, Bad Bergzabern, Pfungstadt und Darmstadt.

Engel kommt gerade vom Bundeswehrarzt, er hat sich gegen Tollwut impfen lassen. Im November muss er selbst für vier Monate nach Afghanistan. Auf seinem Schreibtisch steht der Erzengel Michael, der Schutzpatron der Deutschen. Daneben liegt sein Handy, der Pfarrer ist rund um die Uhr erreichbar. Engel trägt eine schwarze Hose, ein weißes Hemd und einen grauen Pullover. „Ich muss immer richtig gekleidet sein. Für ein Beratungsgespräch, Schulungen oder für die Überbringung einer Todesnachricht.“

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6 Comments

  1. fehlendes Zitat des heiligen Bernhard:
    „ Ich meine damit nicht, daß man die Heiden töten soll, solange es andere Wege gibt, sie davon abzuhalten, die Gläubigen zu quälen und zu verfolgen. Doch ist es besser, sie zu vernichten, als daß die Rotte der Sünder über die Gläubigen herrsche und daß die Gerechten in die Hand der Bösen gegeben werden.“

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  2. Die Kirche war immer dabei wenn’s ums Morden ging. Sie segnete die Waffen vor den Massakern und tröstete die, im Auftrag mordeten. „Gott ist mit uns“ schmückte Koppelschlösser. Auftragsmörder aller Kriege. Im 4. Jahrhundert begann der scheinheilige Augustinus die Pervertierung eines friedlichen Christentums durch die Erfindung eines gerechten Krieges. Der heilige Bernhard von Clairveaux hetzte hunderttausende christlicher Kreuzritter auf Moslems und Christen zugleich. Friedrich Schiller nannten den Propaganserminister des 2. Kreuzzuges den größten Verbrecher
    Aller Zeiten. „Nicht zu töten kann auch eine Form von Schuld sein“ erinnert an die christliche Weisheit aus dem 11. Jahrhundert:

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  3. Argus 7 schreibt: „Was würde wohl der christliche Gott oder Allah – wenn es sie denn gäbe – dazu sagen ? “

    Der Krieg gegen Ungläubige würde dem Gott des alten Testamentes (Bibel) sehr gefallen. Aber auch im neuen Testament (Jesus) finden sich zahlreiche kriegstreiberische Stellen.

    Siehe: http://bibelzitate.npage.de/willkommen_50704105.html

    Hier einige Beispiele:

    Jesaja 34, 2-3: Gott ist zornig über alle Heiden…. Er wird sie verbannen und zum Abschlachten freigeben. Es werden Ströme von Blut fliessen. Die Erschlagenen werden hingeworfen werden, so dass der Leichengestank die Luft verpesten wird…. Das Schwert Gottes wird vor Blut triefen.

    Psalm 110, 6: Gott wird die Heiden hinrichten, er wird sie erschlagen.

    Jeremia 25, 31-34: Gott hält Gericht über die Heiden und setzt sein Recht durch. Er sagt: „Die Ungläubigen werde ich dem Schwert übergeben. “ Da werden die von Gott Erschlagenen liegen, soweit man sehen kann. Sie werden weder beklagt noch begraben. Sie müssen liegen bleiben und verrotten. „Heult nun, schreit und wälzt euch in Asche, es ist Zeit, dass ihr geschlachtet werdet. Ihr werdet zerschlagen wie Glas.“

    Jeremia 51, 20-23 (Gott spricht durch den Propheten Jeremia): Du bist mein Hammer, meine Kriegswaffe. Durch dich zerschmettere ich die Heiden und zerstöre ihre Länder…. Durch dich zerschmettere ich Männer und Weiber und zerschmettere Alte und Junge und zerschmettere Knaben und Mädchen. Durch dich zerschmettere ich Hirten und Herden und zerschmettere Bauern und Joche und zerschmettere Fürsten und Herren.

    Jesaja 60, 12: Heidnische Völker, die dir nicht dienen wollen, sollen umkommen, und ihr Land soll verwüstet werden.

    Offenbarung 2, 26-28 (Jesus sagt): „Wer sich überwindet und bis zum Ende zu mir hält, dem werde ich Macht über die Ungläubigen geben. Er wird sie mit eiserner Rute beherrschen und wie Geschirr zerschmettern. Ich werde ihm die gewaltvolle Macht geben, die auch ich von meinem Vater erhalten habe.“

    Offenbarung 14, 9-11: Ein weiterer Engel Gottes schrie: „Gottes furchtbarer Zorn wird jeden Ungläubigen treffen. Vor den Augen des Lammes (Jesus) und der heiligen Heerscharen wird er mit Feuer und brennendem Schwefel gefoltert werden. Der Rauch ihrer Qual wird aufsteigen von Ewigkeit zu Ewigkeit. Wer einen anderen Gott anbetet, wird niemals wieder Ruhe finden… – Und sie jubelten : Halleluja! Ewig soll der Rauch aufsteigen. (Offenbarung.19,3).

    Lukas 19, 27 (Jesus sagt): Und nun zu meinen Feinden, die mich nicht als Herrn anerkannten: Holt sie her und erwürgt sie hier vor mir!

    Johannes 15, 6 (Jesus sagt): Wer mich ablehnt, der wird weggeworfen wie eine verdorrte Rebe. Man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, sie muss verbrennen.

    Lukas 12, 49 (Jesus spricht): Ich bin gekommen, um die Erde in Feuer zu legen. Ich möchte nichts lieber als dass es schon brennte!

    Matthäus 10, 34-39 (Jesus sagt): „Viele glauben, dass ich als Friedensbringer gekommen bin. Das ist falsch, ich bringe nicht Frieden sondern Krieg.

    Lukas 12, 51-53 (Jesus spricht): Ich bin nicht gekommen, um auf Erden Frieden zu bringen, sondern Zwietracht.

    Lukas 13, 5 (Jesus sagt): Wer sich nicht zu mir bekehrt, wird umkommen.

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  4. @Argus7
    „Was würde wohl der christliche Gott oder Allah – wenn es sie denn gäbe – dazu sagen ? Die Antwort auf diese Frage möchte ich gerne von den religiös verblendeten Menschen aller Glaubensrichtungen hören.“

    Die Antworten stehen in den jeweiligen Büchern. Der eine liebt den Geruch von brennendem Fleisch, der andere verspricht seinen Anhängern, dass sich ihre zerhackstückten Überresten an einer Horde Jungfrauen (oder Früchten) ergötzen zu können.
    Damit dürfte die religiöse Version von Weldfrieden klar sein, oder?

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  5. In Kriegszeiten hat das Bestattungswesen mit allen Zulieferern halt beste Wachstumchancen.

    Das in Afghanistan „militante Islamisten“ von „Demokraten“ bekämpft werden, halte ich für ein Märchen. Umgekehrt wird wohl auch behauptet, „militante Christen“ würden versuchen Afghanistan zu unterdrücken.
    Die Ursache des Afghanistankrieges war jedoch wirtschaftlicher und Geo Strategischer Natur. Vom besetzten Afghanistan aus wähnte man sich vor der Tür der ölreichsten Staaten und wollte den eigenen Interessen dadurch Nachdruck verleihen und wirtschaftliche Konkurenz in Schach halten.
    Diese Strategie ist jedoch böse gescheitert, Pakistan ist als verbündeter im Prinzip abgefallen und man wäre froh wenn man irgendwie ohne Gesichtsverlust herauskäme.

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  6. Immer, wenn es um das elementare Thema „Krieg“ geht, wird weitgehend verdrängt, dass die auslösenden Ursachen für einen Krieg meistens in der Religion begründet sind. In Afghanistan geht es um einen Kampf gegen militante Islamisten, die für einen Gottesstaat kämpfen. Aber auch die Christenheit ist Ursache und Auslöser für soviele Kriege in der Geschichte der Menschheit gewesen. Der Beherrschungswahn der Religioten sorgt dafür, dass der Weltfrieden wohl für alle Zeit eine Illusion bleiben wird.

    Was würde wohl der christliche Gott oder Allah – wenn es sie denn gäbe – dazu sagen ? Die Antwort auf diese Frage möchte ich gerne von den religiös verblendeten Menschen aller Glaubensrichtungen hören. Ich befürchte allerdings, dass selbstkritisches Denken bei dieser Sorte Mensch ziemlich unterentwickelt ist.

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