Zölibaterer Kirchenk(r)ampf


Quelle: wikipedia

Kardinal Lehmann attackiert in der eigenen Kirchenzeitung „Glaube und Leben“ Kardinal Brandmüller und schämt sich für den Offenen Brief des Kardinals – Kein kritisches Wort zu den CDU-Politikern – UMFRAGE zu LEHMANN-Aussagen!

kath.net

Kardinal Karl Lehmann, der ehemalige Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat in einem Beitrag für die aktuelle Kirchenzeitung „Glaube und Leben“ den römischen Kurienkardinal Walter Brandmüller scharf attackiert, weil dieser die umstrittenen Erklärung einiger CDU-ZdK-Politiker zum Zölibat kritisiert hat. Die Politiker hatten sich mit einem Appell in der Form einer Bitte an die deutschen Bischöfe gewandt und für Änderungen an der Zölibatspraxis plädiert. Dabei waren sie von der Fragestellung ausgegangen, „wie dem zunehmenden Priestermangel begegnet werden kann“.

Lehmann spricht im Zusammenhang mit dem umstrittenen Brief von „acht verdienstvolle(n) CDU-Politiker(n) auf Bundes- und Landesebene“, die an „ein solches unerledigtes Thema“ erinnern, das nun schon „über 40 Jahre lang“ immer wieder in der Kirche diskutiert wird. Dann spricht der Mainzer Bischof von einem „gesteigerten Priestermangel“ – eine Behauptung, die in den letzten Tagen unter anderem vom „Focus“-Redakteur Alexander Kissler widerlegt wurde – und ob man nicht „in Familie und Beruf bewährte Männer“ zu Priestern weihen sollte. Lehmann bekennt dann, dass er sich immer darum bemüht habe, dass die Kirche auch „offen über neue Zugangswege“ zum Priestertum nachdenke, „ohne dass die Diskussion schon identisch wäre mit einer Antwort auf diese schwerwiegende Frage“. Für den Kardinal war es auch „zu erwarten“, dass diese Frage nach den „viri probati“ (in Ehe und Familie bewährten Männern) wieder auf die Tagesordnung komme, wenn man zu einem „Dialogprozess“ über die heutigen Fragen einlade.

2 Comments

  1. Seelsorge ist wichtiger als Pflichtzölibat

    Päpste argumentieren seit Jahrhunderten, dass Priesteramt und Ehe sich ausschlössen, dass Ehe und Priester eben ganz für Gott da sein müssten. Ein Blick in die Kirchengeschichte zeigt indes die Fragilität dieses Arguments; denn bis ins Mittelalter hinein gab es auch in der lateinischen Kirche keinen Pflichtzölibat.

    Die Widersinnigkeit eines Festhaltens am Pflichtzölibat ist erst in der letzen Woche deutlich geworden, als der Papst drei verheirateten Bischöfen die Priesterweihe erteilte. Zur Konversion bereite anglikanische Priester dürfen – laut Rom – nach ihrer erneuten (katholischen) Priesterweihe verheiratet bleiben. Auch mit verheiraten Priestern der orthodoxen Kirche hat Rom kein Problem.

    Wie will man einem katholischen Geistlichen bzw. einem katholischen Laien die Sinnhaftigkeit des Pflichtzölibats für katholische Priester vor dem Hintergrund der aufgezeigten Möglichkeiten bei den zur katholischen Kirche konvertierten Anglikanern und der seit Jahrzehnten existierenden Situation bei den orthodoxen Priestern noch glaubwürdig erklären? Die katholische Kirche rennt von einer Glaubwürdigkeitskrise in die nächste. Es gibt offensichtlich Kräfte in der kath. Kirche, die die personale „Verdunstung“ soweit betreiben wollen, dass nur noch ein „heiliger Rest“ vorhanden ist – der sich dann in einzigartiger Weise im Alleinbesitz der göttlichen Wahrheit weiß. Doch was nutzt dieses Privileg – wenn immer mehr Menschen der katholischen Amtskirche den Rücken kehren und die Gotteshäuser sich in Altenheime verwandeln?

    Die katholische Kirche muss sich den veränderten Herausforderungen des 3. Jahrtausends stellen. Die gebetsmühlenartig von der päpstlichen Kurie vorgebrachten Hinweise auf die angeblich von Jesus initiierte Ämter- und Herrschaftsstruktur läuft nicht nur unter historischen Gesichtspunkten ins Leere, sondern sie trägt auch dazu bei, dass Kirche vor Ort immer weniger präsent wird und immer mehr Menschen die Möglichkeit entzogen wird, die sonntägliche Eucharistie feiern zu können. Den Antrag der CDU-Politiker möchte ich ohne Wenn und Aber unterstützen!

    „Der Zölibat “ist nicht “heilig”, nicht einmal “selig”; er ist eher “unselig”, insofern er zahllose gute Kandidaten vom Priestertum ausschließt und Scharen heiratswilliger Priester aus dem Amt vertrieben hat.“ (H. Küng)

    Paul Haverkamp, Lingen

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  2. Sehr bemerkenswert, Lehmann stellt sich mit den CDU Politikern und eventuell weiteren Bischöfen gegen den Papst und rechts abdrifftende Bischöfe. Das ist eine Spaltung der Katholiken in Fundis und Realos, das Führerprinzip dieser ultra dogmatischen Organisation ist in Frage gestellt.
    Die katholische Kirche wird mit der Zeit in mehrere Sekten zerfallen.

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