Gewinne deine eigene Beerdigung


Quelle: http://www.spassfieber.de

Es ist eine Aktion, die schockt, irritiert und einige geschmacklos finden: Ein Jugendradiosender in Bayern wirbt damit die eigene Beerdigung zu gewinnen. Das Spiel mit dem Grusel sei zwar ein raffinierter Tabubruch, aber auch ethisch unangemessen, meint eine Religionspädagogin.

Von Anja Hübner – evangelisch.de

Aus den Boxen tönt der Trauermarsch von Frédéric Chopin. Dazu sagt eine Stimme im Jugendslang: „Das krasseste Radiospiel Deutschlands. Gewinne deine eigene Beerdigung.“ Hinter dem Mischpult sitzt Jens Pflüger, er ist Moderator beim Jugendradiosender Radio Galaxy in Aschaffenburg. „Was wären deine letzten Worte?“ Vier Wochen lang ruft der Sender seine Hörer auf, diese Frage zu beantworten. Wer die „coolste Antwort“ gibt, gewinnt eine Sterbeversicherung im Wert von 3000 Euro, die er für seine eigene Beerdigung nutzen muss.

Es ist ein ungewohnter Umgang mit dem sensiblen Thema Tod und Sterben, der sowohl Befürworter als auch Kritiker auf den Plan ruft. „Wir sind uns bewusst, dass dieses Gewinnspiel gespaltene Meinungen erzeugt“, sagt Moderator Pflüger. Natürlich wolle der Sender durch die Promotionsaktion bekannter werden. „Aber es geht uns auch darum ein Thema publiker zu machen, das häufig totgeschwiegen wird.“

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2 Comments

  1. Was ist an diesem Preis denn unethisch ? Der Tod ist bekanntlich für jedes menschliche Wesen unausweichlich. Wenn dieser Wettbewerb dazu führt, dass sich die Menschen vermehrt der Tatsache bewußt werden, dass sie nicht ewig leben, kann dies durchaus zum Nachdenken anregen und somit positive Auswirkungen auf die Lebensführung haben. Jedenfalls ist dieser Wettbewerb ethisch unbedenklicher, als das verlogene Versprechen der Pfaffen, dass nach unserem Tod ein paradiesisches Jenseits auf uns warte !

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