Die Zurückeroberung des Tempelbergs?


Blick auf den Tempelberg in Jerusalem (Bild: AP Archiv)

Die Vorstellung von der Rückkehr der Juden ins Heilige Land war stets mit der Sehnsucht nach der Wiedererrichtung des einstigen Tempels verbunden. Immer mehr nationalreligiöse Israelis träumen von der Rückeroberung des Tempelbergs in Jerusalem.

Von Sebastian EngelbrechtDeutschlandradio Kultur

Zehn Männer stehen im Kreis, singen und tanzen. Sie tragen gehäkelte Käppis, das untrügliche Zeichen ihrer Herkunft. Sie sind nationalreligiöse Israelis – Nationalisten und fromme Juden zugleich. Daran wäre eigentlich nichts weiter spektakulär, wenn sich diese Szene nicht auf dem Haram Al-Scharif, auf dem Tempelberg in Jerusalem, abspielen würde. Der Besuch der Männer mit den gehäkelten Käppis ist eine Provokation für Muslime in aller Welt – und für die palästinensischen Muslime, die den tanzenden Israelis an diesem Mittwoch Morgen zusehen. Die stehen unter dem Schutz ihrer, der israelischen Polizei.

Die Spannung zwischen Juden und Muslimen, zwischen Israelis und Arabern, ja zwischen Okzident und Orient, ist an keinem Ort so deutlich spürbar wie hier. Denn der „Haram Al-Scharif“, das „edle Heiligtum“ der Muslime, der Felsendom mit seiner goldenen Kuppel und die Al-Aqsa-Moschee, befinden sich seit 1300 Jahren genau dort, wo bis zum Jahr 70 nach Christus der israelitische Tempel stand.

In den vergangenen zehn Jahren hat die Zahl jüdisch-israelischer Besucher auf dem Tempelberg zugenommen. Die frommen Nationalisten drängen mittlerweile täglich auf den Berg, in kleinen Gruppen. Sie umrunden die Al Aqsa-Moschee und den Felsendom und reklamieren damit den jüdischen Anspruch auf das Heiligtum.

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2 Comments

  1. Herodes hatte es eigentlich sehr gut gemacht, er baute auf dem Berg ein Stadion in grichischem Stil 🙂
    Auch die von den Sektierern angebetete „Klagemauer“ ist eigentlich ein Stück vom grichischen Kultbau, dem Salomons Tempel weichen mußte.

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  2. Wie würde sich das Leben in Israel darstellen, wenn es die Religionen und die sich daraus ergebenden Konflikte nicht gäbe ?

    Ein utopischer Gedanke, der erahnen läßt, wie sehr die religiösen Lehren – egal welche – einem Frieden im Wege stehen ! Nicht nur in Israel !

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