Paul Haggis: Der Apostat von Hollywood


Paul Haggis, Quelle: wikipedia

35 Jahre lang war Oscar-Gewinner Paul Haggis Mitglied bei Scientology. Im Sommer 2009 verließ er die Sekte, nun hat er in einem Artikel sein Schweigen gebrochen. In den USA gilt der Text als Sensation.

Von Adrian Kreyesueddeutsche.de

Als der Drehbuchschreiber und Scientologe Paul Haggis gemeinsam mit Clint Eastwood vor ungefähr sechs Jahren die Dreharbeiten von Steven Spielbergs Krieg der Welten besuchte, hatte Hauptdarsteller Tom Cruise am Drehort ein Zelt errichten lassen, in dem die Church of Scientology Missionsarbeit betreiben konnte. Spielberg machte eine Bemerkung, dass er die meisten Scientologen sehr nett fände, worauf Paul Haggis witzelte, „die Bösen verstecken wir im Schrank“. Das kam Tom Cruise zu Ohren, einer der Schlüsselfiguren der kalifornischen Science-Fiction-Sekte. Worauf Haggis vor einem Untersuchungsausschuss der Kirche Buße tun musste.

Die Anekdote steht in dem Artikel „Der Apostat“, den Lawrence Wright in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitschrift New Yorker veröffentlicht hat. In den USA, wo die Church of Scientology keineswegs so vehement verteufelt wird, wie in Deutschland, gilt der Text als Sensation. Bestätigt er doch viel von dem, was man über die geheimniskrämerische Glaubensgemeinschaft aus Hollywood nur ahnte. In der epischen Länge von rund 80 regulären Buchseiten verwebt Wright die Geschichte des zweifach Oscar-prämierten Drehbuchschreibers und Regisseurs (Million Dollar Baby, L.A. Crash), der 35 Jahre lang Mitglied bei Scientology war, bevor er die Organisation im Sommer 2009 verließ.

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4 Comments

  1. Nach wie vor geniessen Scientologen auch in Deutschland leider großes Ansehen. Bei der diesjährigen Verleihung der Goldenen Kamera erhielt auch der Ober-Scientologe John Travolta diese Auszeichnung. Ich finde das gelinde gesagt zum Kotzen. Wann endlich begreifen die Medien und die Öffentlichkeit, dass wir es hier mit einer kriminellen, menschenverachtenden Vereinigung zu tun haben ?

    Wie schon bei anderer Gelegenheit in diesem Blog erwähnt, steht bei mir die „Hör zu“ auf der Boykottliste. Partner dieses Verlagsproduktes von Springer sind übrigens: Deutsche Post, Mercedes-Benz, ZDF, Yves Saint Laurent, Samsung Electronics, Duckstein, Apollinaris und Darboven. Zur Hölle mit Ihnen !!!

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