Muslim-Bruderschaft: evangelikale Sicht


Gebet auf dem Tahrir-Platz: Auch wenn die breite Masse der Muslime Frieden mit den Christen will, fürchten vor allem Kopten derzeit die radikale Muslimbruderschaft. Foto: Floris Van Cawelaert/flickr

Die derzeit größte Sorge vieler Christen in Ägypten hat einen Namen: Die Muslimbruderschaft. Was aber ist das für eine Bewegung, die sich derzeit als stärkste Kraft der Opposition etabliert, als radikal-islamisch gilt, aber von sich selbst behauptet, keinen Gottesstaat aufbauen zu wollen?

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Eines zumindest haben Christen und Muslimbrüder in Ägypten gemeinsam: Sie werden verfolgt. Ebenso wie Muslime, die zum Christentum konvertieren, landeten Mitglieder der Muslimbrüder unter dem am Freitag zurückgetretenen ägyptischen Präsidenten Mubarak im Gefängnis. Doch die Organisation hat Rückhalt in der Bevölkerung. Innerhalb der Oppositionsbewegung haben sie Schätzungen zufolge 20 bis 30 Prozent der Bevölkerung hinter sich. Bei einer ersten Pressekonferenz erklärte die Bewegung in dieser Woche, keinen islamistischen Staat anzustreben. Das verwundert, gelten die Muslimbrüder doch als eine der einflussreichsten islamistischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts.

Die Gruppe wurde 1928 von dem Volksschullehrer Hassan al-Banna in Ägypten gegründet. Al-Banna gilt unter anderem als Befürworter eines bewaffneten Dschihad. Ziel seiner Muslimbrüder war es laut dem Islamexperten Peter Heinen, „allgemeine Gerechtigkeit“ auf Basis ihrer Religion zu schaffen. Staat und Gesellschaft sollten unter die Kontrolle ihres Gottes gestellt werden. Den Sozialismus lehnten die Fundamentalisten ebenso ab, wie den Materialismus und den Imperialismus Europas. „Weder Osten noch Westen“ wurde deshalb zu ihrem Motto. Grundsätzlich waren die Muslimbrüder der Auffassung, Europa korrumpiere die islamische Welt von innen heraus. Eine neue Ordnung auf Basis des Islam sei daher notwendig.

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2 Comments

  1. Die KoptenChristen lebten Jahrhunderte unter islamischer Herschaft in Ägypten, ohne das ihnen was geschehen ist. Auch den Juden hatte das Osmanische Reich gerne Asyl gewährt und sie als beste Bürger aufgenommen.
    Die Christen haben sich immer untereinander am meisten verfolgt und ausgerottet. Das große Vandalenreich in Nordafrika und im Mittelmeer wurde von Oströmern (Orthodoxe) und Weströmern (Katholiken) zerstört weil die arianische Christen waren. Die Juden sind auch von Christen und von anderen Juden am meisten verfolgt worden. Konstantinopel ist von Katholischen Kreuzfahrern überfallen und geplündert worden.

    Natürlich sind die Modslembrüder als Konservative nicht gerade Fortschrittlich aber wer sie einsperrt, foltert und ermordet wie dies die Regierungen von Ägypten und Israel tuen, der ist bestimmt nicht besser.

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  2. Schlimmstenfalls wird aus Ägypten ein Gottesstaat nach iranischem Vorbild ! Wen wundert’s !? Die USA haben schon immer Diktatoren unterstützt, derer sich das Volk irgendwann entledigt hat. So verschwand im Iran der Schah von der Bildfläche und jetzt eben in Ägypten der Diktator Mubarak. Die Muslim-Brüderschaft wird sich die Chance nicht entgehen lassen und früher oder später nach der Macht greifen. Mit iranischer Unterstützung dürfte ihnen das sogar gelingen. Ich kann nur hoffen, dass ich nicht über prophetische Gaben verfüge und mich in diesem Fall gewaltig irre. Es wird jetzt entscheidend darauf ankommen, wie sich das ägyptische Militär in Zukunft verhält. Die große Frage wird sein: Werden die in den USA ausgebildeten Militärs die Moslem-Brüder in Schach halten können ? Wenn nicht, dann gute Nacht Israel !

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