Religion: Manche Menschen brauchen sie


Foto: picture-alliance / akg-images / Altes Testament: Kain und Abel waren die Söhne Adams und Evas. Kain beneidete seinen Bruder Abel, dass Gott seine Opfer bevorzugte. Daraufhin erschlug er ihn. Gott vertrieb ihn und versah ihn mit dem Kainsmal. Es zeigte seine Bluttat an, schützte ihn aber auch vor der Todestrafe. (Palma Giovane, Kains Brudermord, 1576)

Kann man ohne Glauben leben? Das wohl nicht. Jeder Mensch braucht ihn, um dem Leben einen Sinn zu geben, auch wenn es den gar nicht gibt. Womöglich besteht der Sinn des Lebens nur in der beständigen Suche nach ihm; so wie die Geschichte keine Ursachen enthüllt, sondern nur eine bloße Folge unerklärter Ereignisse zeigt, denen die Menschen im Nachhinein einen Sinn geben. Der Glaube aber gehört offenbar genauso zum Menschen wie sein Verstand. Beide unterscheiden ihn vom Tier.

Von Jacques SchusterWELT ONLINE

Wer den Glauben nun mit Religion gleichsetzt, der sei an Karl Marx erinnert. In seiner „Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie“ schrieb Marx: „Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüth einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.“

Nicht immer muss Religion mit Gott zu tun haben. Raymond Aron bezeichnete den Kommunismus treffend „als Opium für Intellektuelle“ und attestierte diesen „die Sucht nach der Weltanschauung“. Vielleicht hat gerade diese Schrift Golo Mann dazu bewogen, Arthur Koestler als das „geistige Oberhaupt der Ex-Kommunisten“ zu bezeichnen.

Christentum hatte nicht nur positiven Einfluss auf die Moral

Die Menschheit jedenfalls wäre besser dran gewesen, hätte sie vor allem Kant geglaubt. Er schrieb, dass „aus dem krummen Holz der Menschheit noch niemals ein gerades Ding gemacht wurde“. „Und auch nicht gemacht werden sollte“, fügte Isaiah Berlin noch hinzu. Doch zurück zum Anfang: Braucht der Mensch die Religion?

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3 Comments

  1. Nicht alle Religionen basieren auf Lügen. Nicht alle Religionen haben einen Gott. Aber die meisten :o).
    Hier ist ne nette kleine Religion, die sich selber nicht so wichtig nimmt: http://dudeism.com/
    Vielleicht brauchen wir für die Leute die den Halt einer Religionsgemeinschaft brauchen, einfach ein paar nettere Religionen.

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  2. Masochisten brauchen ja auch Prügel und so.
    Und den Sadisten tun sie damit auch noch einen Gefallen. Oder wie man noch feststellen könnte: „Jedem Narren gefällt seine Kappe“. 🙂

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  3. Wer den Selbstbetrug als Lebenshilfe bewertet, der wendet sich der Religion und dem Gottglauben zu. Und so gibt es eben Menschen auf dieser Welt, die sich die Lügen schönreden.

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