Vatikan: Ernsthafter und respektvoller Dialog mit Atheisten


Gianfranco Ravasi, Quelle: www2.2space.net

Kurienkardinal Gianfranco Ravasi für Verzicht auf scharfe Apologien von Seiten der Glaubenden sowie auf respektlose Polemiken von Seiten der Nichtglaubenden

kathweb

Einen ernsthaften und respektvollen Dialog zwischen Atheisten und katholischer Kirche hat Kurienkardinal Gianfranco Ravasi gefordert. Die „Oberflächlichkeit“, die den Glauben zu einer „vagen Spiritualität“ verwässere und den Atheismus auf „eine banale und sarkastische Verneinung“ reduziere, müsse überwunden werden, sagte der Präsident des päpstlichen Kulturrates am Samstag in Bologna. Anlass war die Vorstellung einer neuen vatikanischen Institution für den Dialog mit den Nichtglaubenden, die den Namen „Vorhof der Völker“ trägt.

Voraussetzung für ein Gespräch sei der Verzicht auf scharfe Apologien von Seiten der Glaubenden sowie auf respektlose Polemiken von Seiten der Nichtglaubenden, heißt es in der von der Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ veröffentlichten Rede Ravasis an der Universität von Bologna. Unter diesen Umständen sei ein Dialog für beide Seiten eine Bereicherung. Der Kurienkardinal wies zudem darauf hin, dass die Grenzen zwischen Glaubenden und Nichtglaubenden nicht immer eindeutig und unverrückbar seien. Oft stelle sich heraus, dass sich die Rollen vertauschten. Es gebe Menschen, die sich für Glaubende hielten, tatsächlich jedoch nicht gläubig seien. Ebenso könne es passieren, dass Menschen, die überzeugt seien, Atheist zu sein, sich „unter dem Himmel Gottes“ wiederfänden, hob Ravasi hervor.

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5 Comments

  1. Angesichts der Naivität dieses Aussagen erschallt wohl gerade ein Homerisches Gelächter….

    „Einen ernsthaften und respektvollen Dialog zwischen Atheisten und katholischer Kirche hat Kurienkardinal Gianfranco Ravasi gefordert. “

    Gesetzt den Fall, dass der gute Kardinal hier richtig wiedergegeben wird, frage ich mich wie solch ein Dialog aussehen soll. Das mag mit meiner Aversion gegen Mühlsteine in Verbindung mit guter Seemannschaft (vor allem Knotenkunde) sowie besonders tiefen Stellen im Meer zu tun haben. (Vgl. Mt, 18 6) Ich vermisse da eine gewissen… äh wie hieß nochmal das Wort dessen Kardinal Ravasi sich bediente? Ah ja… Respekt. Die ganze Sache wäre natürlich glaubwürdiger, wenn man nicht gewisse Stellen in „Heiligen Schriften“ hätte, die einen so konkreten Handlungscharakter besitzen. Man mag mir vorwerfen, dass ich diese Stellen allzu wörtlich nehme, aber meine Dialogfähigkeit ist in Wassertiefe von ca. 5000m einem Druck von 501 Atmosphären, sowie recht frostigen Temperaturen nicht optimal, zumal meine technische Ausrüstung nach Ansicht meines Gesprächspartners lediglich aus einem mehrere Hundert Kilo schwerem Mühlstein bestehen sollte. Ich möchte hinzufügen, dass dies GANZ BESONDERS gilt wenn Mühlsteine ohne ausreichende Tiefseeerprobung im Spiel sind. Bedenkt man dies, so möchte sich einem kritischen Geist vielleicht die Feststellung aufdrängen, dass das Gesprächsangebot des Kardinals letztendlich nur ein Mediencoup ist, bei dem man ja nichts zu verlieren hat, und somit nicht ganz ernst gemeint sein kann. Möglicherweise geht es hier ja um PR…
    Wofür steht das nochmal? Public Relations? PRopaganda? Da wird die Wahl doch eng…
    Honi soit qui mal y pense. ;-P

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  2. „Einen ernsthaften und respektvollen Dialog zwischen Atheisten und katholischer Kirche“ kann es nur dann geben, wenn die Katholiken aufhören, ihre Lügen zu verbreiten (und das beziehst sich auch, aber nicht nur, auf dieses blutige Machwerk, das sie „Die Bibel“ nennen) und allgemein ihre Wahnvorstellungen ablegen. Kurz: Atheisten werden. (Alternativ müssten ja die Atheisten den verstand verlieren.)

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  3. die Sache ist einfach.
    Schon immer behielt sich die Kath. Kirche die Deutungsmacht vor.
    Daher bestimmt sie allein, wer ein wahrer Gläubiger ist.
    Und wen man in die tonne treten kann, mundtot machen und als Konkurrenz beseitigen.

    Momentan, da man nicht so recht kann, wie man gern möchte, „empfiehlt“ man maulhalten eben.

    hat man mehr Möglichkeiten, drückt man es auch hart durch.

    Drum immer fragen: wem nutzt es?

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  4. Also für mich ist die Rollenverteilung zwischen den Katholen, Evangelen und Atheisten längst geklärt. Die Gottgläubigen verbreiten mystische Geschichten und konstruierte Legenden, die dann von den Atheisten als volksverdummende Lügen aufgedeckt werden.

    Es wird dem Herrn Kurienkardinal nicht gelingen, einen zum Denken befähigten Atheisten ins Boot zu holen. Als bekennender Atheist werde ich doch nicht zum Komplizen einer jahrhundertealten Volksverdummungsstrategie.

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    1. Da gibt es viele Fragen. Wer ist für die römische Kurie Atheist? Was soll das Ziel der Gespräche mit Atheisten sein? Leiste ich als Atheist, dem undemokratischen Gebilde Vatikan nicht noch Vorschub? Wer oder was ist die katholische Kirche? Der Vatikan, doch wohl nicht. Für mich ist ein Kardinal ein Mensch. Dem ich zunächst soviel Respekt und Höflichkeit entgegenbringe, wie jedem anderen Menschen auch. Irgendwelche Würden hat er sich bei mir nicht verdient, sie wurden ihm willkürlich von einem Diktator zugestanden. Wer was anderes verlangt setzt sich auch mit Gadaffi, Kim oder Ahmadineschad an den Tisch.

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